Zu Gast bei einem Topteam der 2.Liga

Dabei wartet mit der HSG Nordhorn-Lingen, Bundesligist und EHF-Pokalsieger vergangener Tage, ein echtes Schwergewicht auf die Michel & Co.. Mit die meisten Tore machen bei der HSG die exquisit bestückten Außenpositionen. Auf Linksaußen ist es der beim SC Magdeburg ausgebildete Elias Ruddat. Auf Rechtsaußen der langjährige Auer Maximilian Lux. Frieder Bandlow, einer der kleineren Halbrechten der 2.Liga, aber Saison für Saison einer der Besten, wird mit einem Wechsel zum Erstligisten HC Erlangen im Sommer 2026 in Verbindung gebracht. Und Klatt hat noch zwei weitere Spieler auf dem Zettel: „Kristian van der Merwe ist seit Jahren einer der besten Keeper der Liga. Und Spielmacher Elmar Erlingsson ist in seinem zweiten Jahr in Nordhorn in der Liga angekommen!“ Das gilt auch für den 2,04 mtr. Hünen am Kreis, Mika Sajenev, der die ligaweite Statistik bei den gestellten Blocks anführt. Siebzehn Blocks hat Sajenev bislang gestellt – so viel wie das ganze Ferndorfer Team zusammen. Auf jeder Position ist das Team von Mark Bult doppelt gut besetzt, so dass ohne erkennbaren Leistungsabfall durchgewechselt werden kann. Bult, da war doch was. Richtig, denn der Nordhorner Coach, 85-facher niederländischer Nationalspieler, war sieben Jahre lang Teil des erfolgreichen Trainerduos bei der SG Flensburg-Handewitt, als er an der Seite Maik Machullas unter anderem zwei Mal Deutscher Meister wurde.
Abschlüsse und Wurfvariationen standen laut Klatt unter der Woche hoch im Kurs beim Training der TuS-Equipe. „Wir haben zwar einige angeschlagene Spieler, konnten dafür aber sehr individuell trainieren. Und auch unsere Torhüter sind mächtig ins Schwitzen gekommen.“ Wobei eine Position bei der Generalkritik aus der Vorwoche herausgenommen werden musste. Und das ist die des Torhüters. „Wir sind an Abwehr und Torhüter von Coburg gescheitert. Can Adanir hat dafür gesorgt, dass wir überhaupt bis zum Schluss in Schlagdistanz blieben“, ist Klatt immer noch angetan von der Leistung seines Zerberus' am vergangenen Freitag. Angesprochen auf die Ausrichtung für den kommenden Freitagabend nimmt der 42-jährige kein Blatt vor den Mund: „Ein schweres Auswärtsspiel, in dem wir klarer Außenseiter sind. Letztes Jahr haben wir in beiden Spielen jeweils über dreißig Gegentore bekommen. Deshalb gilt es, dieses Mal im Abwehrverbund besser zu stehen und im Angriff effektiver zu sein.“ Damit spricht er das derzeit größte Problem der Nordsiegerländer Handballer an – die Wurfeffizienz. Während die Topteams aus Balingen und Dresden bei einer Wurfquote von 70% stehen, sind es bei den Rot-Weißen gerade einmal 60% der Bälle, die den Weg ins Tor finden. Die Verletzung von Nico Schnabl aus dem Coburg-Spiel hatte derweil keine strukturelle Verletzung zur Folge, was zu großem Aufatmen bei den TuS-Verantwortlichen führte.
Nordhorn-Lingen vor der Brust. Doch der Blick geht eigentlich schon voraus. Zu den Spielen, die ab kommender Woche folgen und die dann den Weg weisen werden für den Rest der Saison. Zu Hause in der Stählerwiese gegen die Eulen Ludwigshafen und den hessischen Nachbarn aus Hüttenberg. Am zweiten Weihnachtsfeiertag geht’s zum TuSEM nach Essen, bevor es nach der Handball-EM Pause, im Februar in Krefeld und gegen Dormagen weitergeht. Vier der fünf Gegner befinden sich, wie auch der TuS Ferndorf, in der unteren Tabellenhälfte. Und spätestens Anfang Februar werden dann die Weichen gestellt sein, in welche Richtung die Saison verläuft. Sehr dienlich für das Selbstvertrauen der TuS-Jungs wäre ein gutes Abschneiden im westlichen Niedersachsen. Daumen drücken kann da nicht schaden. Die Michel & Co. live vor Ort zu unterstützen wäre das Sahnehäubchen, worüber sich die Jungs vom Kindelsberg riesig freuen würden. Doch egal wo, am Freitagabend um 20 Uhr heißt es dann wieder im Nordhorner Euregium und rund um das handballverrückteste Dorf des Siegerlandes: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
WISSENSWERTES
Gegner: HSG Nordhorn-Lingen
Einwohner Nordhorn + Lingen: 55.200 + 59.900 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Euregium (4.100 Plätze) & Emsland Arena (4.300 Plätze)
Trikotfarbe: rot-weiß
größte Erfolge: Deutscher Vizemeister 2001/02, 4-malige Teilnahme am DHB Final Four, Gewinn des EHF-Pokals 2008







