Wenig Glanzvolles, aber zwei Punkte im Gepäck

Es begann gar nicht gut für die TuS-Equipe am frühen Samstagabend. Ein fehlerhaftes Abspiel, ein technischer Fehler, ein misslungenes Kreisanspiel. Oppenweiler/Backnang nutzte dies gar nicht vollumfänglich aus, sonst wäre die Führung der Gastgeber höher ausgefallen. Beim 5:3 in der 7.Minute waren die Männer in den grün-weißen Trikots allerdings ein letztes Mal mit zwei Toren in Front. Der Ferndorfer Abwehrverbund fand nun besser ins Spiel, das Angriffsspiel wurde schneller sowie weniger fehlerbehaftet vorgetragen, und in Überzahl wurde erfolgreich über den Kreis abgeschlossen. Beim 5:7 (11.) hatten die Michel & Co. das Spiel gedreht. Auch wenn die Abstände in eben jenem Abwehrverbund weiterhin zu groß waren und Lücken offenbarten, machte man es den Oppenweilern zunehmend schwerer zum Torabschluss zu kommen. Nach zwölf Minuten übernahm Hampus Dahlgren von Gabriel Viana und Tom Jansen von Marvin Mundus. Das sollte an der Gemengelage auf dem Feld aber nicht viel ändern. „Ich bin sehr froh über diese zwei Punkte. Man muss aber auch konstatieren, dass wir über fünfzig Minuten lang das bessere Team waren“, klammert Klatt nur die Anfangs- und Endphase des Spiels ein wenig aus. Josip Eres, der für seine Hundertprozent-Quote vom Strich ein Sonderlob vom Coach einheimste, überlistete den Oppenweiler Keeper direkt beim ersten Siebenmeter mit einem Heber zum 7:9 (15.). Erster Zungenschnalzer dann in der 18.Minute, als Daniel Hideg mit einem No-Look-Pass Valentino Duvancic bediente. Julius Fanger war beim 11:14 (25.) mit einem Spin Move erfolgreich, der einem Juri Knorr zur Ehre gereicht hätte. Can Adanir bekam in der 28.Minute dann endlich nochmal eine Hand an den Ball. Was durchaus wichtig war, denn die Gastgeber verkürzten dennoch bis zur Halbzeitsirene auf 14:16.
Große Verwunderung zu Beginn von Halbzeit Zwei. Co- und Torwarttrainer Jannis Michel übernahm den Job des Toreverhinderns im Ferndorfer Kasten. Und wie er das tat. Von den ersten sechs Versuchen der Oppenweiler/Backnanger nahm er vier Würfe weg. Zwei davon hielt er sogar fest, was mit der Höchststrafe für den Schützen gleichzusetzen ist. Im Angriff hatte der TuS-Express zu diesem Zeitpunkt schon lange Fahrt aufgenommen. Angeführt von einem unwiderstehlich agierenden Tom Jansen auf Halbrechts, war es unter anderem auch Dahlgren, der trotz zweier Fehlwürfe auch zwei Mal traf. Nach dem 15:16 Anschlusstreffer der Gastgeber waren die Jungs vom Kindelsberg über 16:19 (35.) auf 16:22 (39.) davongezogen. „Anschließend sind wir einfach nicht konsequent genug. Nach dieser Phase hätte ich mir gewünscht, dass wir das Spiel dann auch mit fünf, sechs Toren Vorsprung nach Hause bringen“, bemängelte Klatt allein die fehlende Effizienz bei seinen Mannen. Schlecht vorbereitete und zu schnelle Abschlüsse wussten die Hausherren auszunutzen. Innerhalb von nicht einmal sechs Minuten kamen sie von 16:22 auf 22:24 heran. Dann kam einer zum Zug, der langsam in der Saison anzukommen scheint. Julius Fanger, mit einem fulminanten Rückraumkracher und einem Treffer aus sechs Metern, sorgte wieder für eine Vier-Tore-Führung. Der kleine Schwede auf Linksaußen zog dann in der Abwehr ein Stürmerfoul, um postwendend selbst zum 24:28 zu netzen. Der wiedererstarkte Fanger legte zum 24:29 in der 51.Minute nach, was gleichbedeutend mit der Entscheidung war. Den Gastgebern gelang zwar Ergebniskosmetik, doch näher als auf drei Tore kamen sie nicht mehr heran. Erst zwei Oppenweiler Treffer in den letzten sechzig Sekunden, einer davon regelwidrig in der Schlusssequenz, führten zum Endergebnis von 30:31. Der TuS Ferndorf hatte, angeführt vom sicheren Siebenmeterschützen Eres, einem endlich in der Saison ankommenden Fanger und einem Jansen, der einen bemerkenswerten Zug zum Tor hat, sich seiner Aufgabe im Süden der Republik entledigt. Kein glanzvoller Sieg – aber dennoch sind das zwei Punkte. Und wie Klatt richtig anmerkte: „Über das Zustandekommen spricht am Montag schon keiner mehr.“
Am Samstagabend ziert der TuS Ferndorf den sechsten Tabellenplatz. Im ungünstigsten Fall geht es noch auf Tabellenplatz Sieben runter. Nichts desto trotz – die Michel & Co. haben Tuchfühlung zu den oberen Tabellenplätzen. Dazu gesellt sich am Freitagabend ein Gegner, der mit seinem Namen Erinnerungen an glanzvolle Zeiten in den 70-er und 80-er Jahren weckt. Es riecht ein bisschen nach einem Handballfesttag. Die Klatt-Mannen wollen mit aller Macht den ersten Heimsieg in der noch jungen Saison einfahren und mit den Fans im Hexenkessel feiern. Das Wetter spielt mit – nach einem Wochenende welches eher zum Grillen statt zum Handballschauen einlud, steht nun eine kühlere Woche ins Haus. Also eine gute Gelegenheit, bei einem echten Handballkracher live dabei zu sein, wenn es am Freitagabend um 20 Uhr gegen den TV Großwallstadt heißt: Alle dabei für den Klassenerhalt in Liga Zwei!
Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Josip Eres (7/6), Julius Fanger (6), Valentino Duvancic, Tom Jansen (je 4), Mattis Michel (3), Hampus Dahlgren, Daniel Hideg, Gabriel Viana (je 2), Julius Meyer-Siebert (1), Hendrik Stock, Lukas Süsser, Can Adanir, Jannis Michel
Fotos: HBL/HC Oppenweiler Backnang












