Weiter punkten für das Ziel Klassenerhalt

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Dorfverein aus dem Siegerland immer solide gewirtschaftet hat, wohingegen der Altmeister aus dem Unterfränkischen 2015 Insolvenz anmelden musste.
Diese Zeiten sind vorbei in der sagenumwobenen Untermainhalle in Elsenfeld. Aktuell trennt die sonntäglichen Kontrahenten nur dass Torverhältnis. Der Tabellendreizehnte empfängt den Tabellenzwölften. Dabei steht TVG-Coach André Lohrbach ein gut austarierter Kader zur Verfügung. „Sie haben den ohnehin guten Rückraum nochmal verstärkt und sind da auf jeder Position doppelt besetzt“, sagte TuS-Coach Ceven Klatt vor dem Hinspiel. Doch auch vor den Mannen aus dem Landkreis Miltenberg machte das Verletzungspech nicht halt, so dass Lohrbach immer wieder, eine weitere Parallele zum TuS, zum Improvisieren gezwungen war. Aktuell sind es die wurfgewaltigen Rückraumspieler, die immer wieder für einfache Tore aus dem Spiel heraus sorgen. Dass die sonntäglichen Gastgeber auch die notwendige Tiefe im Spiel haben, zeigt ein Blick in die Siebenmeter-Statistik. Man bekommt die drittmeisten Siebenmeter in der Liga. Eine Statistik, bei der der TuS Ferndorf auf einem Abstiegsplatz, nämlich dem vorletzten Platz, steht. Von dieser Tiefe profitieren die Kreisläufer und Rechtsaußen. Insbesondere am Kreis sind sie mit dem norwegischen U21-Nationalspieler Axel Skaarnaes und dem ehemaligen Dessauer Patrick Gempp herausragend besetzt. Dazu kommt mit Maxim Schalles ein TVG-Dauerbrenner auf Rechtsaußen, der insbesondere bei Siebenmetern eine hohe Effizienz an den Tag legte, dort aber dieses Jahr seine Probleme hat. Probleme, respektive eine Schwäche lässt sich im TVG-Kader nur schwer ausmachen. Wenn überhaupt, dann ist es die Torwart-Position. Das haben auch die Verantwortlichen erkannt und nochmal nachgelegt, indem man zur Rückrunde mit Leon Nowottny einen hochveranlagten Keeper vom THW Kiel nach Unterfranken lotste. „Die Niederlagenserie Ende 2025 ist beendet. Sie sind wieder in der Spur“ - Klatt spricht die lange Sieglosserie des TVG an, als der Altmeister zwischen dem 18.Oktober und 13.Februar fast vier Monate lang kein Spiel mehr gewann.
Das kennt man in Ferndorf nur allzu gut. Im Siegerland ging diese Serie vom 25.Oktober bis zum 7.Februar. Doch mit Beginn der Rückrunde ist das Spielglück zurück bei den Rot-Weißen. Dem Sieg in Krefeld und dem Heimerfolg gegen Dormagen folgte das Spiel mit Phantomtor in Hagen, dass nun wiederholt werden muss. Der Arbeitssieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Oppenweiler/Backnang machte den Rückrundenstart perfekt. Nun würden die Michel & Co. gerne in Großwallstadt nachlegen, was ungleich schwerer werden dürfte als das Heimspiel gegen Oppenweiler. „Es ist eine sehr intensive Woche mit drei Spielen in neun Tagen. Beim Thema Belastungssteuerung geht es auch darum, wer am Sonntagabend mehr im Tank hat“, bittet Klatt am Samstagvormittag zur Abschlusseinheit Wer dann am Spieltag in den Bus steigt, ist wie immer mit Fragezeichen versehen, da sich aktuell immer wieder Spieler mit grippalen Beschwerden herumschlagen. Dabei sein wird auf jeden Fall das exzellente Torhüter-Gespann des TuS. Can Adanir und Filip Baranasic bilden, hinter den Torhütern des Spitzenreiters aus Bietigheim, das zweitbeste Gespann der Liga. Es passt einfach zwischen den Beiden. Und nachdem Baranasic gegen Oppenweiler beginnen durfte, wird dies am Sonntag Adanir tun, der nur 25 Kilometer von Elsenfeld entfernt groß geworden ist. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Daniel Hideg inzwischen Top-Feldtorschütze des TuS ist. Der Kapitän, Mattis Michel, kommt beim Thema Wurfeffizienz immer näher an seine Topwerte aus den Vorsaisons, nachdem der Saisonstart holprig war. Apropos Wurfeffizienz – Josip Eres mit der ligaweit besten Quote bei Siebenmetern und sein Gespannspartner Finn Scharnweber mit über 80% von Außen sind, was dieses Thema angeht, ganz vorne mit dabei.
Es gibt unattraktivere Orte für eine Auswärtsfahrt als die Reise an den Main. Und so wird, ganz in der Nähe der Ländergrenze Hessen/Bayern, auch wieder eine stattliche Reiseabordnung aus dem Siegerland dabei sein. Verdient haben es sich die Jungs vom Kindelsberg allemal. Nachdem man in der Hinrunde oft genug Schulterklopfer bekam, dabei aber ohne Punkte dastand, hat sich diese Gemengelage verändert. Gegen Krefeld, Dormagen und Oppenweiler spielte man nicht die Sterne vom Himmel, hatte aber am Ende drei Siege zu Buche stehen. Und das ist das, was am Ende zählt. Keine Tabelle weißt aus wer den schönsten Handball spielt. Es ist und bleibt ein Ergebnissport. Somit zählt auch am Sonntagabend nur, wer gegen 18:40 Uhr das Spielfeld mit Zählbarem verlässt. Ob als Auswärtsfan live vor Ort mit dem Team, vor dem Stream bei DYN oder nur mit dem Herzen dabei, wichtig ist: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
WISSENSWERTES
Gegner: TV Großwallstadt
Einwohner Großwallstadt: 4.100 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Untermainhalle, Elsenfeld – 2.500 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau-weiß
größte Erfolge: 2x Europapokalsieger der Landesmeister,
7x Deutscher Meister, 4x DHB-Pokalsieger







