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TuS-Team will gerne doppelt punkten

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TuS-Coach Ceven Klatt hat einen vorweihnachtlichen Wunsch: „Wir haben eine tolle Halle und nahezu immer eine hitzige Atmosphäre. Ich wünsche mir aber ganz besonders, dass der Hexenkessel Stählerwiese uns am Freitagabend schon von der ersten Minute an unterstützt.“ Die Enge der Halle, die inzwischen standesgemäß rund 1300 Zuschauer, und dazu ein Publikum das bereit ist sechzig Minuten Vollgas zu geben - dieses Flair ist fast einzigartig in Liga Zwei. Aber Klatt weiß auch ganz genau warum er die Bitte ausspricht. Denn um den freitäglichen Gegner in Schach zu halten, bedarf es dem perfekten Zusammenspiel zwischen Spielfeld und Tribüne.

Denn der Gegner aus Oberfranken hat ein ganzes Arsenal an Hochkarätern zu bieten. Allen voran die Front der Nationalspieler. Mikael Helmersson und Janis Pavels Valkovskis werfen nicht nur die meisten Tore für den HSC 2000 Coburg. Nein, sie reüssieren auch immer mal wieder in ihren Nationalteams. Helmersson beispielsweise bei der WM Anfang des Jahres für das Heimatland seiner Mutter, für Italien. Valkovskis, der zum Ende der Saison nach Lemgo in die Bundesliga wechselt, gab 2023 sein Debüt für die lettische Auswahl. Im Kasten der Gäste steht der Torwart der griechischen Nationalmannschaft, Petros Boukovinas, vor dem Klatt großen Respekt hat: „Wir haben letzte Saison, inklusive Pokal, drei Mal gegen Coburg gespielt und waren drei Mal ziemlich chancenlos. Aber wir sind auch drei Mal an Boukovinas gescheitert“, fordert er zugleich ein wesentlich verbessertes Abschlussverhalten von seinen Mannen ein. Am Kreis tummeln sich bei den Gelb-Schwarzen drei physisch unglaublich starke Spieler. Bartlomiej Bis, Tin Kontrec und Nils Röller bringen alle Gardemaß mit und sind alle drei richtig gute Abwehrspieler. Alle Drei finden sich beispielsweise unter den besten Neunzehn der Liga wieder, wenn es um die bis dato im Saisonverlauf gestellten Blocks geht. Der beste Spieler des TuS in dieser Statistik ist übrigens Valentino Duvancic auf Platz 27. Neben der angesprochenen Physis in der Coburger Abwehr gilt es auch die immer wieder auf Gegenstöße lauernden Außen im Blick zu haben. Die Deckungsspieler auf den Halbpositionen warten nur auf lasche Bälle der angreifenden Mannschaft. Alles in allem ein Mysterium, warum das Team vom langjährigen Co-Trainer  Gudjon Valur Sigurdssons beim VfL Gummersbach, dem im jugoslawischen Banja Luka geborenen Niederländer Anel Mahmutefendic, nur auf Platz Neun der Zweitliga-Tabelle rangiert.

„Nico spielt!“ - zwei Worte Klatts, die sicherlich viel Freude beim Ferndorfer Anhang auslösen. Knapp zwei Monate war Nico Schnabl außer Gefecht gesetzt. Seitdem arbeitet er an seinem Comeback. Das unterstreicht nochmal, dass man auch von womöglichen Rückkehrern keine Wunderdinge erwarten darf. Philip Würz ist nun fast ein Jahr außer Gefecht. Er wird ebenfalls einige Zeit im Mannschaftstraining brauchen, um wieder auf einhundert Prozent zu kommen. Hampus Dahlgren heißt der neueste Ausfall bei der TuS-Equipe. Er ist krankheitsbedingt außen vor und wird vom einem Rückkehrer vertreten. Das ist Gabriel Viana, und der hat seine Sache bereits letzten Freitag in Nettelstedt außerordentlich gut gemacht. Merkte man ihm gegen Lübeck noch die fehlende Frische an, so war er letzte Woche der Spieler des Spiels auf Seiten des TuS Ferndorf. Insbesondere im Abwehrverbund werden die Tugenden, die Viana immer perfekt aufs Parkett bringt, vonnöten sein. „Wir müssen hart verteidigen, Coburg die Lust am Handballspielen nehmen, selber ins Tempo kommen und dabei so wenig Fehler wie nur irgend möglich produzieren“ - die Anweisungen, die Klatt den Seinen ins Aufgabenheft geschrieben hat, sind nicht von Pappe. Aber sicher erforderlich, wenn man gegen die Franken bestehen möchte. Neben den Ferndorfer Torhütern, die seit mehreren Spielen Top-Leistungen zeigen, ist es aktuell Julius Fanger, der sich aus dem langen Schatten Janko Kevics befreit hat. Sicherlich interpretiert der gebürtige Gummersbacher die Rolle anders als der international erfahrene Kroate, aber die Verantwortung für Ball und Spiel übernimmt Ferndorfs Nummer Acht inzwischen par excellence.

Eingangs wurde schon der Faktor Hexenkessel genannt. Drei Mal treten die Michel & Co. im Jahre 2025 noch in Kreuztals bester Stube an. Drei mal gibt es die Möglichkeit Geld zu sparen. Denn um Männer rennen zu sehen, muss man normalerweise zur Leichtathletik gehen. Um Männer kämpfen zu sehen muss man zu einem Kampfsport-Event. Wenn man Männer fliegen sehen will, muss man zum Skispringen fahren. Oder man geht zu einem Handballspiel in die Stählerwiese – da bekommt man all das in sechzig Minuten geboten. Nach dem Weihnachtsspiel gegen den hessischen Nachbarn aus Hüttenberg am 21.Dezember gibt es eine Heimspiel-Pause bis zum 13.Februar wegen der Handball-Europameisterschaft, die in Dänemark, Norwegen und Schweden ausgetragen wird . Jetzt gilt es also nochmal alles zu geben. Doch egal wo die Fans des TuS Ferndorf am Freitagabend um 19:30 Uhr mitfiebern. Überall heißt es dann wieder: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus ! 


WISSENSWERTES

Gegner: HSC 2000 Coburg
Einwohner Coburg: 41.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Trikotfarbe: gelb-schwarz
größte Erfolge: Bundesliga-Aufstiege 2016 + 2020
DHB-Pokal Viertelfinale 2024

 

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