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TuS-Team belohnt sich nach furioser Aufholjagd

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Sieben Siege in Folge hatte das Team des HC Elbflorenz auf der Habenseite verbucht. Den Erstligisten Hamburg hatten sie aus dem Pokal geworfen und auch das Bundesliga-Spitzenteam aus Melsungen musste in der BallsportArena zu Dresden in die Verlängerung, um die nächste Pokalrunde zu erreichen. Aus diesen Gründen kann man die Worte von TuS-Coach Ceven Klatt bestens nachvollziehen, der nach der Partie zu Protokoll gab: „Ich bin stolz auf die Jungs! Dass sie bis zum Ende an sich geglaubt und alles dafür gegeben haben, um mit was Zählbarem nach Hause zu fahren. Das haben uns die Wenigsten zugetraut!“

Ebenso alles gegeben hatten die vielen Ferndorf-Fans unter den Zuschauern. Hatte sich vor einem dreiviertel Jahr gerade mal ein Dresden-Fan in die Stählerwiese verirrt, so waren es am Sonntagabend mehrere Dutzend Ferndorfer und Dessauer, die immer wieder lautstark auf sich aufmerksam machten.

Los ging es auf Seiten der TuS-Equipe mit zwei technischen Fehlern und einem unvorbereiteten Abschluss. Die Hausherren waren zu Beginn konzentrierter am Werk und legten nach vier Minuten zum 2:0 vor, was auch Can Adanir im Kasten des TuS nicht zu verhindern wusste. Dabei war der Ferndorfer Zerberus von Beginn an hellwach und zeigte einmal mehr, warum die TuS-Verantwortlichen ihn vor gut einem Jahr in die Stählerwiese geholt hatten. Der Ausgleich zum 2:2 (7.) war ein tiefer Griff in die Trickkiste. Ferndorf im Zeitspiel und alles konzentrierte sich auf den Langen im TuS-Team. Doch statt dem Mann mit der Nummer Fünf, Julius Meyer-Siebert die Verantwortung zu geben, stahl sich Josip Eres davon. Mattis Michel hatte mitgedacht, setzte Eres in Szene und düpierte damit die Abwehr der Hausherren. Ein guter Angriffsblock von Hampus Dahlgren, ein toller Steal von Julius Fanger, der sich anschließend mit einem Gegenstoß-Tor belohnte und ein Treffer Valentino Duvancics – die Klatt-Mannen hatten das Spiel von 2:0 auf 2:5 (11.) gedreht. Die Abwehr stand herausragend. Und das was durchkam wurde zur sicheren Beute Adanirs. „Wir haben die lange Busfahrt gut aus den Beinen bekommen. Über das Tempospiel kommen wir dann zu einfachen Toren, was wir uns auch vorgenommen hatten“ - Klatt war überaus zufrieden mit der Performance seines Teams in den ersten elf Minuten. Und obwohl die beiden Innenblocker Duvancic und Meyer-Siebert, die nach dem Spiel ein Sonderlob des Trainers bekamen, einen tollen Job in der Deckungsmitte erledigten, kam der Aufstiegsaspirant aus Sachsen nun immer besser ins Spiel. Beim 8:8 in der 19.Minute standen die Uhren wieder auf Null. Nachdem der HC Elbflorenz zum 11:10 vorgelegt hatte, sah sich Klatt nach gut 22 Minuten zu einer ersten Auszeit gezwungen.“Und dann wieder ins Tempo“, waren die letzten Worte des TuS-Trainers an sein Team in eben jenem Team-Time-Out. Adanir hat anscheinend Lust am Torewerfen gefunden. Seinem Treffer in Balingen ließ der 26-jährige nun ein weiteres Tor folgen. Und hinten hielt der 26-jährige vier Bälle hintereinander. Da in dieser Phase Tom Jansen drei Mal in Folge reüssierte, hatten die Rot-Weißen das Spiel beim 12:14 wieder gedreht. Letztes Highlight in Halbzeit Eins war dann ein No-Look-Pass Daniel Hidegs auf Mattis Michel, den dieser erfolgreich verwandelte. Das führte zum Halbzeitergebnis von 14:15. Die Siegerländer waren auf Beutezug an der Elbe.

Für die Phase zwischen der 33.-38.Minute fand Klatt klare Worte: „Da machen wir zu viele unforced errors!“ Diese vermeidbaren Fehler in Verbindung mit einer nachlassenden Torhüter-Leistung sorgten dafür, dass aus einem zwischenzeitlichen 14:16, innerhalb der angesprochenen fünf Minuten ein 20:18 wurde. Die Sachsen empfingen die Michel & Co. nun viel offensiver. Auf Halb wurde teilweise auf neun Meter gedeckt, was den Ferndorfer Rückraumkanonieren so gar nicht schmeckte. Auszeit Ferndorf, die allerdings nichts an den Kräfteverhältnissen auf dem Feld änderte. Bis auf 25:19 enteilten die Schwarz-Goldenen in der 43.Minute. Dresden entwickelte nun Torgefahr aus allen Ecken des Spielfeldes und insbesondere die Außen spielten den TuS förmlich aus den Schuhen. Der Tabellenvierte zog das Spiel auf seine Seite, so dass die meisten der 2025 Zuschauer der Überzeugung waren, dass das Spiel gelaufen ist. Doch dieses Rechnung hatte man ohne die Mentalitätsmonster aus der Stählerwiese gemacht. Mit einer frühen dritten Auszeit drehte Klatt an den richtigen Knöpfen. Das Agieren im Sieben gegen Sechs ermöglichte nun wieder Torerfolge der Rot-Weißen. Und der von Adanir übernehmende Filip Baranasic machte dort weiter, wo sein Gespannspartner in der ersten Halbzeit aufgehört hatte. „Mit der Leistung des Torhüter-Gespanns bin ich heute sehr zufrieden“, wollte Klatt aber die Gewichtung auf das Wort Gespann legen. Sagenhafte fünfzig Prozent der auf sein Tor abgefeuerten Bälle hielt Baranasic in der Schlussviertelstunde. Und da seine Vorderleute das Sieben gegen Sechs sehr effektiv spielten, konnte Tor um Tor vom Dresdner Vorsprung abgeknabbert werden. Ein Handballspiel findet oft in Wellenbewegungen statt. Die Welle, die die Michel & Co. nun erwischt hatten, trug die TuS-Jungs bis aufs 30:27 (52.). War es in Hälfte Eins noch Tom Jansen, der mehrere Male hintereinander getroffen hatte, war es nun sein Gespannsmann auf Halbrechts, Marvin Mundus, der seinen Wurfarm durchgeladen hatte. Doch statt nun auf 30:28 zu verkürzen, gelang es den Hausherren, angeführt von den beiden siebenfachen Torschützen Timo Löser und Sebastian Greß, sich wieder auf 32:27 abzusetzen. In dieser Phase wurde dann Hideg mit zwei Toren und zwei Assists zum „Go-to-guy“. Fünf Tore in sieben Minuten aufholen – beim Handball nicht unmöglich, aber wie oft kommt der Osterhase schon mal zu Weihnachten? Einfache Antwort: Am 9.November 2025 in der Dresdner BallsportArena. Doch nicht nur das. In der letzten Minute des Spiels hält Baranisc einen Wurf Lösers und kurz vor dem Ende haben die Jungs vom Kindelsberg sogar den Siegtreffer auf der Hand. Doch schlussendlich bleibt es beim 33:33 Unentschieden, was auch gerecht erscheint. Jubelnde Siegerländer auf der einen Seite, konsternierte Sachsen auf der anderen Seite.

Besser kann man die Werbetrommel nicht rühren! Die Mannschaft des TuS Ferndorf ist in der Saison 2025/26 angekommen und will schon am kommenden Freitagabend nachlegen. Zu Gast sind die Männer von der Ostsee. Der VfL Lübeck-Schwartau macht seine Aufwartung in Kreuztals bester Stube. Kein anderes Sportevent in der näheren Umgebung. Dazu der November, der für Hallensport viel besser geeignet ist als für Outdoor-Aktivitäten. Geht da nochmal was in Richtung ausverkaufter Stählerwiese? Noch gibt es ein paar wenige Sitzplatz-Tickets. Stehplätze sind allerdings noch zu bekommen. Das ist auch nicht tragisch, da die TuS-Equipe momentan die eigenen Fans sowieso von den Sitzen reißt. Freitagabend: Runter vom Sofa – rein in die Stählerwiese. Und dabei sein, wenn Hallensprecher Kai Brückmann den Hexenkessel anzündet und es heißt: Alle dabei für den Klassenerhalt in Liga Zwei!

Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Marvin Mundus (7/2), Tom Jansen (5), Hampus Dahlgren, Daniel Hideg, Julius Meyer-Siebert (je 4), Valentino Duvancic (3), Julius Fanger, Mattis Michel (je 2), Can Adanir, Josip Eres (je 1), Hendrik Stock, Lukas Süsser, Filip Baranasic


Fotos: Andreas Domian
 

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