TuS-Jungs müssen am Freitagabend nah ans Optimum

Dabei werden die Aufgaben in Liga Zwei wahrlich nicht einfacher. Am Freitagabend um 19:30 Uhr stellt sich der aktuelle Tabellenführer in der Stählerwiese vor. Dessen Star sitzt auf der Bank. Iker Romero, der in seiner aktiven Laufbahn so ziemlich alles gewonnen hat was man gewinnen kann, coacht diese Saison die SG BBM Bietigheim und die österreichische Nationalmannschaft. Ab dem Sommer 2026 wird er sich voll auf seine Aufgabe in Österreich konzentrieren. Zum Abschied möchte er mit den Süddeutschen wieder da hin, wo sie bis zum Sommer noch waren – nämlich in Liga Eins. Und das Potenzial hat die Romero-Truppe auf alle Fälle. „Das Kreisläufer-Spiel war selbst in der ersten Liga sehr stark“, schwärmt Klatt beispielsweise von Jonathan Fischer, der auch bester Torschütze der Bietigheimer ist. Im Rückraum könnte man alle Kaderspieler aufzählen, da sie ausgezeichnete Handballer sind, und überdies mit ihrem Spielverständnis die Kooperation mit dem Kreisläufer leben. Erwähnenswert aber auf jeden Fall Fynn-Luca Nicolaus auf Halblinks. Der 22-jährige hält seit 2019 den Rekord als jüngster Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Djibril M'Bengue auf Halbrechts hingegen kennt man aus seiner Zeit beim BHC, wo er zum Nationalspieler reifte. Auf Rechtsaußen brilliert Moritz Strosack, jüngerer Bruder des Dormagen-Rechtsaußens Peter Strosack, mit einer formidablen Wurfeffizienz von über 80%. Klatt weiß um die Schwere der Aufgabe und schickt anerkennende Worte an seinen Kollegen: „Eine spielerisch starke Mannschaft, in der die Handschrift Romeros klar erkennbar ist.“ Eben dieser Romero sorgte übrigens für einen Fairness-Trend, weil er einer der Ersten war, der bei einer Auszeit nicht an sich selbst dachte. Beim Auswärtsspiel in Leipzig am 4.Juni, was für Bietigheim Endspielcharakter im Abstiegskampf hatte, nahm er kurz vor Schluss eine Auszeit, nur um seinem Team zu sagen, dass er diese Auszeit genommen hat, damit sich die Leipzig-Fans gebührend von ihrem Spieler Luca Witzke verabschieden können.
„Wir haben diese Woche die Leitplanken enger gesetzt im Tempospiel“ - Klatt missfiel schon in Dessau das unkoordinierte Auftreten in der ersten und zweiten Welle. Zudem prangerte er an, dass während des Spiels „Anpassungen an bestimmte Personen“ vorgenommen werden müssen. Zu häufig wurden die langen Kerls, wie Tom Jansen und Julius Meyer-Siebert in ein Eins gegen Eins auf sieben Meter geschickt. Eine Art des Spiels, welches kleinere, wendigere Spieler lösen können, was aber für die Langen nicht zielführend ist. Das Spiel Sieben gegen Sechs indessen wird weiter eine taktische Variante im TuS-Spiel bleiben. Erst dadurch kam man in Halbzeit Zwei wieder in Schlagdistanz. Und wer sich an die die vergangene Rückrunde mit den Sieben gegen Sechs Auftritten in Hüttenberg und Lübeck erinnert weiß, wie erfolgreich die Rot-Weißen das spielen können. Doch bei all der Kritik, die auf die Michel & Co. zuletzt einprasselte, gibt es auch Positives zu vermelden. Denn Julius Fanger wird von Woche zu Woche besser und findet sich mehr und mehr auf der Rückraum Mitte Position zurecht. Valentino Duvancic steht in der Deckung wie der Fels in der Brandung und glänzt im Angriffsspiel mit hoher Effektivität. Wobei das genau der Punkt ist, an dem die Jungs vom Kindelsberg arbeiten müssen. Deshalb war der Trainingsschwerpunkt auch nicht schwer auszumachen. „Ganz überraschend lag der Fokus diese Woche auf der Arbeit am Angriffsverhalten“, meinte Klatt mit einem Augenzwinkern. Ausgenommen aus der Generalkritik hatte der Trainer unter anderem den Keeper. Can Adanir vernagelte zeitweise seinen Kasten. Eine ähnliche Leistung wird auch am Freitagabend vonnöten sein, denn dann misst er sich mit Martin Tomovski, seines Zeichens nordmazedonischer Nationalspieler.
Viele Stehplätze – nur noch wenige Sitzplätze. Wer am Freitagabend dabei sein will und noch kein Ticket hat, sollte sich schnell noch eins im Vorverkauf sichern. Oder aber früh an der Halle sein und die Wartezeit mit kulinarischen Leckerbissen überbrücken. Gerade in der jetzigen Phase muss vielleicht auch mal der Funke von der Tribüne aufs Spielfeld überspringen. Wichtig wird jedenfalls sein, dass die #familieferndorf, #familietus als Einheit agiert und dann gemeinsam wieder Siege in der Stählerwiese feiert. Der letzte Heimsieg datiert vom 30.März diesen Jahres. Damit nun endlich wieder gemeinsam gejubelt werden kann braucht das Team die Unterstützung: Scream for your team !
WISSENSWERTES
Gegner: SG BBM Bietigheim
Einwohner Bietigheim: 43.500 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Ege Trans Arena (4.583 Zuschauer Fassungsvermögen)
Trikotfarbe: rot / blau
größte Erfolge: Aufstieg in die 1.Bundesliga 2014, 2018 und 2024







