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TuS fühlt sich wohl in der Außenseiterrolle 

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Der Saisonstart ist ein Boulevard der zerbrochenen Träume. Es gibt sie jedes Jahr – die Teams, bei denen in der Vorbereitung alles wie am Schnürchen läuft, aber wenn es gilt, punkten die Anderen. Beim TuS Ferndorf war es diesmal etwas anders. Nach holprigem Start in den ersten Testspielen und drei wichtigen Spielern in der Rekonvaleszenz, holten die Jungs von Chefcoach Ceven Klatt den optimalen Ertrag aus den ersten beiden Spielen.

Mattis Michel, Kapitän und Identifikationsfigur, glänzte gleich zwei Mal mit der optimalen Ausbeute, einem HPI-Wert von 100 – besser geht es nicht mehr! Kein Wunder, dass die Stimmung im Training ausgezeichnet war und Chefcoach Ceven Klatt ein Generallob ausstellte: „Die Stimmung ist gut. Alle Spieler ziehen mit und wollen Neues lernen.“

Beim samstäglichen Gegner schlägt das Stimmungsbarometer auf der anderen Seite aus. Nach dem zweiten Spieltag mit 0:4 Punkten auf Platz 16 zu stehen gehörte ganz sicher nicht zu den Dingen, die der HSC 2000 Coburg für diese Saison auf seiner Bingokarte stehen hatte. Sowohl Geschäftsführer Jan Gorr, als auch Trainer Anel Mahmutefendic sahen ihr Team nämlich vor dem Saisonstart in der Spitzengruppe der 2.Liga. Die Neuzugänge haben es auch durchaus in sich. Sven Weßeling gehört schon fast zum Inventar der 2.Liga und hat in Emsdetten, Bietigheim und Nettelstedt schon viele Erfahrungen sammeln dürfen. Noch ein Regal darüber rangiert der griechische Nationalspieler Savvas Savvas. Diesen lotste man im Sommer aus Piräus nach Coburg. Da er in Griechenland Europokal gespielt hat, wird er nicht nach Coburg gekommen sein, um dort um die goldene Ananas zu spielen. Das wollen auch die anderen Spieler nicht. Wie beispielsweise Keeper Petros Boukovinas, der Jahr für Jahr zu den Besten seines Fachs zählt. „Am Kreis sind sie die physisch bestbesetzte Mannschaft der Liga“ warnt Klatt die Seinen vor den Coburger Kreisläufern, die allesamt Gardemaß haben. Und auch zum Halbrechten der Oberfranken hat Klatt eine Meinung: „Ein Jakob Knauer in Topform kann jeder Mannschaft Probleme bereiten.“ Da es dazu auf beiden Außenpositionen Spieler gibt, nach denen sich die meisten Teams der zweiten Liga die Finger lecken würden, unterstreicht dies die eingangs beschriebene Erwartungshaltung von Gorr und Mahmutefendic. Andererseits haben die Gelb-Schwarzen nun schon am dritten Spieltag Druck auf dem Kessel. Klatt will demzufolge das Spiel möglichst lange offen halten und hofft darauf, dass bei den Coburgern mit zunehmender Spielzeit der Kopf eine Rolle spielt.

Gegen das „angeschlagene Schwergewicht der Liga“, wie Klatt die Coburger bezeichnet, wollen die Michel & Co. gerne nachlegen. „Wir fahren dahin, um die Welle weiter zu reiten“, will Ferndorfs Übungsleiter mit was Zählbarem im Gepäck die Heimreise antreten. Dafür steht ihm der Kader aus der Vorwoche zur Verfügung. Plus ein Nico Schnabl, der auf seinen Einsatz brennt und in Oberfranken erste Spielminuten sammeln wird. Plus eventuell ein Mikael Helmersson, bei dem die Verantwortlichen von Tag zu Tag schauen, wie weit der Genesungsprozess fortschreitet und wann ein Einsatz Sinn ergibt. „Wir haben an uns gearbeitet und uns auf einiges vorbereitet, was uns erwarten könnte“, gibt Klatt einen Einblick in die Trainingswoche. Man könnte auch die Frage stellen, wer denn als nächster Spieler für zwölf Tore in einem Spiel in Frage kommt. Bei den Eulen traf der Kapitän zwölf Mal. Gegen Emsdetten war dies Marvin Mundus vorbehalten, der sich ebenfalls in bestechender Form präsentierte und insbesondere hinten raus die mitunter beste Viertelstunde seiner Laufbahn spielte. Vielleicht findet ja der beste Vorlagengeber der 2.Liga, Daniel Hideg, Gefallen am Torewerfen. Neben der Abteilung Attacke, die mit 65 Toren in zwei Partien bestens funktioniert, ist auch der Ferndorfer Abwehrverbund wieder nahe an der Performance aus der Saison 2024/25. Die beiden Kreisläufer im Innenblock, Mattis Michel und Philip Würz, befinden sich, neben tollen Vorstellungen in der Offensive, auch bei der Defensivarbeit in exzellenter Verfassung. 

Am Samstagmittag setzt sich der Tross der Rot-Weißen in Bewegung. Coburg, Oberfranken, ganz in der Nähe der thüringischen Grenze, lautet das Ziel. Es ist schon fast müßig es Woche für Woche zu erwähnen. Aber in der zweiten Handball-Bundesliga gibt es kaum so treue Auswärtsfahrer wie die des TuS Ferndorf. Und so werden sich auch an diesem Wochenende wieder einige der Treuen auf den Weg machen und die TuS-Jungs lautstark in der HUK-COBURG arena supporten. Nicht auszudenken, welche Euphorie in und ums Siegerland entfacht würde, wenn auch das Spiel bei den Bayern gewonnen würde. Beim Heimspiel am kommenden Freitag stünde der Hexenkessel wahrscheinlich kurz vor der Eruption. Doch zu viel Konjunktiv, zu viel Zukunftsmusik – erst einmal gilt die ganze Konzentration dem Samstagabend 19:30 Uhr. Anwurf zum Spiel HSC 2000 Coburg gegen den TuS Ferndorf. Und egal ob live in der Halle, mitfiebernd vor dem Livestream bei DYN oder auch nur im Herzen. Wichtig ist: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !


WISSENSWERTES
Gegner: HSC 2000 Coburg
Einwohner Coburg: 41000 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: HUK-COBURG arena (3530 Plätze)
Trikotfarbe: gelb-schwarz
größte Erfolge: Bundesliga-Aufstiege 2016 + 2020
DHB-Pokal Viertelfinale 2024

 

 

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