TuS-Equipe belohnt sich für aufopferungsvollen Kampf

So rückt beispielsweise das Endergebnis ein wenig in den Hintergrund, da Eintracht Hagen offiziell Protest gegen die Spielwertung eingelegt hat. Sobald es hierzu mehr zu berichten gibt, wird der TuS Ferndorf proaktiv informieren.
Es begann wild auf beiden Seiten. Technische Fehler prägten die Anfangsphase. Was allerdings da schon ersichtlich war, dass die Hagener Abwehr genau den Eindruck widerspiegelte, den man bereits im Hinspiel gewinnen konnte. Sehr griffig, nicht wirklich einem starren System zuzuordnen, machten sie der TuS-Equipe von Beginn an das Leben schwer. Auf der anderen Seite kam die Abwehrformation der Rot-Weißen nicht ganz so gut ins Spiel. Da aber im Tor mit Can Adanir wieder einer zur Höchstform auflief, konnte sich keines der beiden Teams absetzen. Das ging so bis zum 4:4 in der 11.Minute. Bis dahin hatte Adanir schon zwei Siebenmeter gehalten. Als Hagen beim 7:4 auf drei Tore wegziehen konnte war erkennbar, dass die Ferndorfer Abwehrformation begann sich zu stabilisieren. Man kam besser in die Stopfouls, was im Übrigen Klatt nach dem Spiel zu einem Sonderlob veranlasste: „Mattis Michel steht am Ende bei 16 Stopfouls, Was er da geleistet hat war schon sehr, sehr stark!“ Weiterer Gamechanger – die Einwechslung Sören Servos'. Der am letzten Freitag debütierende 19-jährige war sofort wieder mittendrin, sofort wieder in seinem Element. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass Hagen beim 10:6 erstmals auf vier Tore enteilte. Klatt bereitete sich schon auf seine Auszeit vor, die er dann beim Stand von 11:8 (22.) auch nahm. „Und egal was ist, wir gehen weiter Tempo“ - mit dieser Aussage schickte der Mann auf Ferndorfs Kommandobrücke die Seinen in die letzten acht Minuten der ersten Hälfte. Finn Scharnweber, der am Ende des Spiels ein Extralob vom Coach bekam, übernahm von Josip Eres und führte sich mit einem sehenswerten Kempa-Anspiel auf Julius Fanger perfekt ein. Die Tatsache, dass die Siegerländer Jungs nun immer näher dran kamen, war allerdings der bestechenden Form Servos' zu verdanken. Vier Tore des Youngsters, zwischen der 23. und 27.Minute, sorgten dafür, dass der Vier-Tore-Rückstand auf ein Tor eingedampft werden konnte. Scharnweber reüssierte noch zum 15:14, bevor unheilvolle dreißig Sekunden begannen. Dreißig Sekunden, in denen die Gastgeber, begünstigt von Ferndorfer Fehlern, zu drei Toren kamen. Hagens Rechtsaußen André Alves traf vorne zum 17:14 und holte sich in der Abwehr den Ball, um seinen Kollegen auf Linksaußen, Benedikt Israel, in Szene zu setzen. Eine ähnliche Szene gab es vor Wochenfrist mit Servos in der Stählerwiese zu bestaunen. „Wir machen drei, vier technische Fehler, die Hagen sofort bestraft. Dafür haben wir aber nach der Halbzeit eine sehr starke Phase“ - Klatt ging mit seinen Jungs nicht hart ins Gericht, sondern stellte sie anscheinend perfekt ein für die zweiten dreißig Minuten.
Und deren Beginn hatte es in sich. Vorne ging die Effektivität steil nach oben. Und auch der Abwehrverbund agierte galliger als in Hälfte Eins, was auch das Ziel von Klatt war: „Wir machen es Hagen schwerer. Sind noch beweglicher und führen noch mehr Zweikämpfe!“ Zudem traf Josip Eres alle seine Siebenmeter. So war man schon in der 34.Minute, beim 19:18 wieder mittendrin statt nur dabei. Dem besten Ferndorfer am Freitagabend, der badischen Ballkanone Daniel Hideg war es dann vorbehalten, beim 20:20 (38.) für das erste Unentschieden seit der 11.Minute zu sorgen. Danach wurde es zum Abnutzungskampf. Hagen legte vor, der TuS Ferndorf, angeführt von einem wie entfesselt aufspielenden Hideg, kam immer wieder ran und zu Beginn der Crunch-Time war das Spiel beim 26:26 wieder offen. Die beiden Youngsters, Scharnweber und Servos, standen immer noch auf dem Feld und gaben weiterhin positiven Impact. Einzig die Lösungssuche im Angriffsspiel gestaltete sich immer mal wieder schwierig. Niclas Pieczkowski markierte nun auch im Angriff den Hagener Leader, während auf Seiten des TuS immer wieder Adanir mit einer Hand am Ball war. Überhaupt – das Torwart-Duell gewannen die Ferndorfer Keeper auch im dritten Rückrundenspiel. 13 Paraden auf TuS-Seite standen nur 5 Paraden auf Hagener Seite gegenüber. Josip Eres, der in der Rückrunde elf seiner zwölf Siebenmeter verwandelte, sorgte beim 26:27 für die erste Ferndorfer Führung im gesamten Spiel. Doch der Gastgeber hatte, in der mit 1537 Zuschauern prall gefüllten Ischelandhalle, noch einige Pfeile im Köcher. Angeführt von Pouya Norouzinezhad gingen die Grün-Gelben ihrerseits wieder mit 31:30 (58.) in Führung. „Egal, wir holen uns das Ding jetzt noch“ - die Ansage des unermüdlich rackernden Kapitäns Mattis Michel in der letzten Ferndorfer Auszeit sollte nicht ungehört verhallen. Mundus und natürlich der Ferndorfer Go-to-guy Hideg. sorgten 65 Sekunden vor Schluss für den Ausgleich. Einhergehend mit einer Zeitstrafe gegen die Hagener. Und man war sich sicher, dass das die Prokopec-Schützlinge nicht runterspielen konnten. Doch die Schiedsrichter ließen gewähren und es gelang den Hagenern wahrhaftig, über eine Minute von der Uhr zu spielen. Ein erfolgreicher Wurf gelang indes nicht mehr. So blieb es schlussendlich beim 32:32 Unentschieden
Unterschiedlicher konnten die Gefühlswelten nach dem Abpfiff kaum sein. Auf der einen Seite bedrückte Gastgeber, die auf der Bank sitzend mit dem Spielverlauf haderten. Auf der anderen Seite jubelnde Gäste, die sich vom zahlreich mitgereisten, lautstarken Ferndorfer Anhang feiern ließen. „Wir trainieren erst am Sonntag um 9 Uhr wieder“ ließ Klatt seine jubelnden Spieler wissen. Ein Training am Samstagvormittag findet somit nicht statt. Die Belastungssteuerung des Coaches geht Richtung Mittwoch, wenn in der englischen Woche der HC Oppenweiler/Backnang zu Gast in der Stählerwiese ist. Dort will man sich natürlich schadlos halten und in der Rückrunde weiterhin ungeschlagen bleiben. Somit heißt es schon in wenigen Tagen wieder Hexenkessel-Atmosphäre in Kreuztals bester Stube zu atmen. Dabei sein, wenn die Michel & Co. den nächsten Gegner in die Knie zwingen wollen: Alle dabei für den Klassenerhalt in Liga Zwei!
Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Daniel Hideg (8), Marvin Mundus, Sören Servos (je 5), Julius Fanger (4), Finn Scharnweber (4), Josip Eres (4/3), Mattis Michel, Nico Schnabl (je 1), Can Adanir, Filip Baranasic, Valentino Duvancic, Gabriel Viana
Fotos: M. Lehmann



























