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TuS-Equipe auf Eulen-Jagd

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Es war der 7.September 2024. Der TuS Ferndorf war nach zwei Jahren in der 3.Liga wieder in die Zweitklassigkeit zurückgekehrt. Seit diesem 1.Spieltag der Saison 2024/25 standen die Michel & Co. nicht an einem einzigen Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Weder in der letzten, noch in der jetzt laufenden Saison. Wenn man sich dazu das Mantra in Erinnerung ruft, dass jedes Jahr in der 2.Handball Bundesliga für einen kleinen Dorfverein wie den TuS Ferndorf was Besonderes ist, so ist manch öffentlich geäußerte Kritik nicht immer angebracht. Denn weder mit den vorhandenen Strukturen, noch mit allen anderen Dingen die dazugehören – der TuS Ferndorf wird niemals Ambitionen hegen, in die Beletage des deutschen Handballs aufzusteigen. Deshalb wird Jahr für Jahr das Überleben im Haifischbecken 2.Liga das Ziel sein.

Diesem Ziel stellt sich am Samstagabend ein Traditionsverein aus dem Südwesten in den Weg. Moment mal, Samstagabend? Jawohl, zum ersten Mal seit Ende Oktober spielen die Rot-Weißen wieder am traditionellen TuS Ferndorf Heimspieltag. Und da kommt mit den Eulen aus Ludwigshafen ein Gegner um die Ecke, der sich in ähnlichen Tabellenregionen aufhält. Die Pfälzer, die von 2017-2021 Bundesligist waren, stehen aktuell auf Tabellenplatz Fünfzehn. Aber nur zwei Punkte hinter den Nordsiegerländern. Bereits Anfang Oktober trennten sich die Verantwortlichen der Eulen von Coach Johannes Wohlrab. Nachfolger wurde der 2007-er Weltmeister Michael Haaß. Ferndorfs Trainer Ceven Klatt, in der Saison 2021/22 als Trainer für die Eulen aktiv, verfolgt die Entwicklung des Ligakonkurrenten natürlich genau: „Inzwischen ist die Handschrift Michael Haaß' zu erkennen. Sie spielen zwei Abwehrsysteme. Unter anderem eine offensive 5:1 Variante mit dem vorgezogenen, 2,07 mtr. großen, Friedrich Schmitt.“ Genau dieser Schmitt zeichnet sich bislang, gemeinsam mit dem Spielgestalter Marc-Robin Eisel, für ein Drittel aller Eulen-Tore verantwortlich. Für viele Tore hätte sicherlich auch Sommer-Neuzugang Vincent Bülow gesorgt. Der aus Dessau verpflichtete Spielmacher verletzte sich aber am 16.Oktober, im Spiel gegen Balingen, schwer an der Schulter und fällt monatelang aus. Diese Lücke füllten sie im Südwesten bis dato im Kollektiv. Anfang letzter Woche wurde dann mit dem gebürtigen Wetzlarer Matteo Menges ein Nachwuchsmann aus Coburg verpflichtet. Der 21-jährige Menges ist auf TikTok ein Star und hat dort eine große Follower-Schar (mehr als Siebenhunderttausend!!). Dass er auch mit dem Ball einiges kann, hat er direkt bei seinem ersten Auftritt für die Ludwigshafener unter Beweis gestellt. Einen Punkt entführten die Eulen aus Potsdam und Menges traf drei Mal. Eisel, Menges und Schmitt haben aber auch noch einen Kreisläufer, mit dem sich hervorragend in der Kleingruppe agieren lässt. Frederic Stüber, der auf seinen zahlreichen Stationen viel Erfahrung in Liga Zwei gesammelt hat, ist ein moderner Kreisläufer, der im Angriff kaum zu halten ist und im Abwehrverbund die Deckung zusammenhält.


Klatt hat aus der zweiten Halbzeit in Nordhorn Positives mit in die neue Trainingswoche genommen: „Klar, eine gute Abwehr muss die Grundlage sein. Wenn wir dann ins Tempo kommen, sind wir schwer zu verteidigen!“ Und man muss dem Ferndorfer Übungsleiter recht geben. Im Innenblock rackerten Valentino Duvancic und Julius Meyer-Siebert. Beide zusammen erzielten obendrein noch zehn Tore. Tom Jansen erwies sich als abgebrüht von der Siebenmetermarke. Und Nico Schnabl merkte man mit jeder gesammelten Spielminute an, dass er mehr und mehr Teil des Teams wurde – für ihn standen am Ende vier Treffer zu Buche. Nun wird im Vorfeld des samstäglichen Duells oft vom Vier-Punkte-Spiel gesprochen. Eine Begrifflichkeit, die der Ex-Trainer und heutige sportliche Leiter Michael Lerscht, immer folgendermaßen wegmoderiert hat: „Es gibt kein Vier-Punkte-Spiel. Auch bei diesen Duellen gibt es für den Gewinner nur zwei Punkte, wie in jedem anderen Spiel auch!“ Und von einer besonderen Drucksituation will auch Klatt nichts wissen: „Druck gehört zum Leistungssport dazu. Wir haben genug Selbstbewusstsein um zu sagen, dass wir solch ein Spiel vor heimischer Kulisse gewinnen wollen!“ „Zwölf, dreizehn Punkte“ schiebt Klatt hinterher, als er nach der Punkteausbeute gefragt wird, die er sich für Ende Dezember vorstellt. Damit das gelingt, kehren auch wieder Spieler zurück in den Kader, die in Nordhorn noch gefehlt haben. Wer genau, damit möchte Klatt nicht hausieren gehen. Schließlich liest der Gegner mit, und dass ein oder andere Geheimnis möchte man hüten. Ganz bestimmt dabei sein werden Julius und Julius. Fanger und Meyer-Siebert, die beiden besten Feldtorschützen der Jungs vom Kindelsberg. Für die Langzeit-Verletzten ist es hingegen noch zu früh. Da wird der Erste eventuell im Februar wieder mit an Bord sein.


Das turbulente Handballjahr, das auch für den TuS Ferndorf Höhen und Tiefen bereit hielt, neigt sich langsam dem Ende entgegen. Zwei Mal heizt Hallensprecher Kai Brückmann noch den Hexenkessel an. Gegen die Eulen am Samstagabend und zum Nachbarschafts-Derby gegen den hessischen Rivalen TV Hüttenberg kommende Woche Sonntag. Zwei Mal also noch die Gelegenheit für die sportinteressierten Siegerländer, ein Zeichen für den Zweitliga-Handball in Kreuztals bester Stube zu setzen. Gemeinsam die Halle vollmachen und noch zwei Mal alles geben. Auf dem Feld und auch auf den Rängen. Dann geht es für alle Beteiligten in eine sechswöchige Pause – aber erst heißt es noch: Fröhliche Weihnachten auf dem Handballfeld! Denn am zweiten Weihnachtsfeiertag steht das letzte Spiel des Jahres beim TuSEM aus Essen auf dem Programm. Zum ersten Mal nach vier Jahren haben Spieler  und Fans dabei das Vergnügen, keine Umleitung auf der A45 mehr in Kauf nehmen zu müssen. Vielleicht geht also der Weihnachtsausflug diesmal ins Ruhrgebiet? Doch erst einmal gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen die Eulen, wenn es am Samstagabend zu bester Handballzeit heißt: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !


WISSENSWERTES
Gegner: Eulen Ludwigshafen
Einwohner Ludwigshafen: 177.200 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Friedrich-Ebert-Halle (2268 Plätze)
Trikotfarbe: rot-weiß
größte Erfolge: Erstliga-Aufstiege 2010, 2014 + 2017

 

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