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TuS beendet "Heimfluch" mit Triumph über Potsdam

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209 Tage hat der TuS Ferndorf auf einen Heimsieg gewartet. Das 24:21 gegen den HC Elbflorenz am 30. März 2025 war bis dato der letzte Erfolg in der Stählerwiese. Doch nun ist der Bann gebrochen. Trotz aller personeller Widrigkeiten besiegte das Team um Trainer Ceven Klatt am Samstag den Bundesliga-Absteiger 1. VfL Potsdam mit 30:23.

Wenn man am Samstagabend einen Blick auf die Richterskala geworfen hätte, wäre in Kreuztal sicherlich ein kleiner Punkt auf der Karte zu sehen gewesen. Nachdem die starke TuS-Defensive den letzten Angriffsversuch der Gäste stoppte, gab es auf den Rängen in der Stählerwiese schon lange kein Halten mehr. 1301 Zuschauer feierten frenetisch ihr Team, das sich in den 60 Minuten zuvor einen aufopferungsvollen Kampf geliefert hatte.

Dabei gab es kurz vor dem Spiel die nächste schlechte Nachricht aus dem rot-weißen Lazarett. Mit Can Adanir fiel ein weiterer Akteur erkrankt aus, weshalb sich Co-Trainer Jannis Michel doch noch einmal die Schuhe schnüren musste. Im Tor der Ferndorfer begann zunächst Neuzugang Filip Baranasic, der in der Vorwoche gegen Balingen bereits einen gelungenen Einstand feierte.

Das 0:1 in der dritten Minute durch Max Günther sollte die letzte Führung für die Gäste des 1. VfL Potsdam sein, die nach dem Heimsieg gegen den TV Hüttenberg mit Rückenwind ins Siegerland kamen. Doch der Rumpfkader des TuS hatte an diesem Abend einen Plan und kämpfte sich von Beginn an ins Spiel. Immer wieder gelang es, die gefährlichen 1 gegen 1-Situationen früh zu unterbinden und die Potsdamer erst gar nicht in ihren Spielfluss kommen zu lassen. Und spätestens, als Filip Baranasic den ersten 7-Meter parierte (8.), kam die Halle erstmals auf Betriebstemperatur. Bis zur Halbzeit verzeichneten die Statistiker acht Paraden beim Neuzugang.

„Wir spielen eine sehr gute erste Halbzeit, kommen übers Tempo und finden viele gute Lösungen. Das einzige Haar in der Suppe ist die Chancenverwertung“, bilanzierte Ferndorfs Trainer Ceven Klatt und deutete auf mehrere Situationen, in denen entweder das Aluminium im Weg stand oder der Torwart der Gäste, Frederik Höler.

Beim 8:7 nahm Ceven Klatt die erste Auszeit – und fand die passenden Worte, die sein Team in der Folge in ein 12:8 (22.) ummünzen konnte. Besonders aus dem Rückraum konnten Julius Fanger und Julius Meyer-Siebert immer wieder ihr Tempo nutzen und treffen. Gemeinsam mit dem 100%-Mann Josip Eres, der keinen 7-Meter vergab, ging es mit einem folgerichtigen 14:11 in die Pause.

In Halbzeit zwei brauchten beide Mannschaften lang, um zumindest im Angriff wieder Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. Bis zum 17:15 durch Julius Meyer-Siebert in der 45. Minute waren gerade einmal sieben Tore auf beiden Seiten gefallen. Dem TuS gelang es in dieser Phase allerdings, die Gäste nicht entscheidend rankommen zu lassen. Die Defensive stand sattelfest und der Kleinste auf dem Feld, Linksaußen Hampus Dahlgren, wurde zu einem der größten Probleme für den Potsdamer Angriff. Er provozierte nicht nur zahlreiche Stürmerfouls, sondern konnte mit seinen flinken Beinen auch immer wieder Bälle klauen.

„Was Hampus heute verteidigt hat, wie diszipliniert er war und wie er Stürmerfouls gezogen hat, das hat wirklich Spaß gemacht. Er hat gut die Emotionen angenommen und in die Halle transportiert“, lobte Chefcoach Klatt seinen einzigen Linksaußen, da Gabriel Viana erneut aussetzen musste.

Bis zum 22:21 (51.) blieben die Gäste aus Potsdam, die in der zweiten Halbzeit besser in ihre Temposituationen kamen, dran. Dann musste Max Günther nach einem Foul an Hampus Dahlgren für zwei Minuten auf die Bank. „Das ist für mich die Schlüsselaktion der Partie, weil Ferndorf aus dieser Überzahl mit 3:0 geht“, bilanzierte Potsdams Trainer Emir Kurtagic nach dem Spiel.

Tatsächlich war der rot-weiße TuS-Express in dieser Phase nicht mehr zu stoppen. Bis zur 57. Minute folgte ein 5:0-Lauf, der die Weichen für den ersten Heimsieg nach fast sieben Monaten stellte und die Steine von sämtlichen Herzen in der Stählerwiese purzeln ließ. Nach dem Schlusspfiff gab es dann kein Halten mehr und die Mannschaft feierte zusammen mit den Fans.

„Wow, einfach wow. In der ersten Halbzeit haben wir so gut gespielt. In der zweiten Halbzeit spielen wir eine starke Abwehr. Aber am Ende war es wichtig, dass wir immer Lösungen gefunden haben. Die Stimmung in der Halle war brutal“, freute sich Neuzugang Filip Baranasic nach dem Spiel im Interview bei DYN.

Nun steht erstmal die Länderspielpause an, bevor der TuS am 9. November beim HC Elbflorenz Dresden antritt.

Für den TuS trafen: Meyer-Siebert (7), Fanger (6), Eres (4/2), Duvancic (3), Dahlgren (3), Michel, Hideg und Mundus (jeweils 2)

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