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Start-Ziel-Sieg für die Klatt-Mannen

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Es wurde allerhand geredet und geschrieben in der spielfreien Zeit Anfang des Jahres. Und dabei wurde immer wieder betont, wie wichtig der Jahresauftakt für die Jungs von Coach Ceven Klatt sei. Punkten müsse man, um sich endlich aus den Fängen des Abstiegsgespents zu befreien. Und dieser Aufgabe haben sich die Michel & Co. in einer eindrucksvollen Weise entledigt. Fünf Spiele mit vier Siegen und einem Unentschieden. Viel besser konnte es nicht laufen, so dass sich auch der Trainer zu einem Generallob hinreißen ließ: „Ich muss der gesamten Mannschaft ein Lob aussprechen für die Art und Weise wie sie sich präsentiert hat. Wir hatten mit den drei Spielen in neun Tagen eine intensive Woche und ich habe vor dem Spiel gesagt, dass die Mannschaft das Spiel gewinnen wird, die die Anfangsphase für sich entscheidet!“

Sehr gut zugehört hatten die Rot-Weißen bei der Ansprache Klatts. Denn von der ersten Sekunde an war man bereit und spielte das Spiel von vorne weg. Hideg eröffnete, bevor Mundus mit einem Traumanspiel den Kapitän am Kreis, Mattis Michel, in Szene setzte. Ungläubige Blicke wanderten an die Anzeigetafel. Nach fünf Minuten führten die TuS-Jungs mit sage und schreibe 0:6. Der beste Start in dieser Saison und ein Beweis dafür, dass man die Rückfahrt unbedingt mit etwas Zählbarem im Gepäck antreten wollte. Im Tor brillierte einmal mehr Can Adanir, der bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte ganz besonders motiviert war. Klatt war auch nach dem Spiel noch ganz begeistert: „Wir verteidigen dass zu Anfang unfassbar gut – sind griffig, clever und gedankenschnell.“ Die rechte Seite der Großwallstädter, mit Maximilian Horner und Dmytro Redkyn, war es dann, die die Blau-Weißen im Spiel hielt. Über 2:8 ((10.) robbten sich die Unterfranken bis zum 5:8 (13.) heran. Die Deckung der Gastgeber hatte sich stabilisiert. Doch beim 5:9 bediente sich der TuS Ferndorf eines Bauerntricks. Bei einem Freiwurf von halblinks, dazu mit nur noch einem Pass im Zeitspiel, sprintete Josip Eres von der Bank los und übertölpelte die Großwallstädter Abwehr, die sich in Gänze auf den Freiwurf konzentriert hatte. Eben jener Eres packte dann in einer Abwehraktion vehement zu und sein Gegenspieler fiel ungeschützt auf den Rücken. Dem Schiedsrichtergespann, dem Klatt eine gute Leistung attestierte, hatten in der Regelauslegung keine andere Chance, als dem Ferndorfer Rechtsaußen die rote Karte zu zeigen. Beim 8:10 musste man dann Sorgen haben, dass das Spiel in die andere Richtung kippt. Doch angefeuert von einem zahlreichen und lautstarken Support auf der Tribüne, Torgefahr von allen Positionen und begünstigt von einer Konzessionsentscheidung, nutzten die Männer vom Kindelsberg die nächste Welle und zogen beim 9:15 (28.) wieder auf sechs Tore davon. TVG-Mittelmann Mario Stark hatte Julius Fanger im Gesicht getroffen und musste ebenso den Dienst quittieren wie zuvor Eres. Gestützt auf die Paraden Adanirs, der in dieser Statistik mit 6:1 nach 23 Minuten führte, spielten die TuS-Jungs das Ganze weiterhin von vorne weg. „Wir verwalten den Vorsprung sehr gut“, war auch Klatt bewusst, dass die Seinen vom guten Spielstart profitierten. Die zwei Minuten vor dem Pausentee waren ein klein bisschen das Haar in der Suppe, denn aus einem 6-Tore-Vorsprung waren vier Tore zur Halbzeit geworden. 

Auch wenn Klatt keinen Spieler hervorheben wollte, so muss man zur zweiten Halbzeit doch zwei Spieler nennen, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Im Innenblock harmonierten sie genauso miteinander wie im Angriffsspiel – Daniel Hideg und Mattis Michel. Die Beiden waren der Hauptgrund dafür, dass der Abwehrverbund seinem Namen alle Ehre machte. Und vorne ließen sie es mit am Ende sieben Michel-Toren und neun Hideg-Assists so richtig krachen. Die Ferndorfer Füchse und der restliche Ferndorfer Anhang hatte seine wahre Freude am Auftritt der Rot-Weißen. Über 12:17 (36.) und 15:21 (42.) ging es bis zum 17:25 eine Viertelstunde vor Schluss. Fast eine Vorentscheidung, zumal die Schiedsrichter weiterhin eine gute Linie pfiffen, der türkische Nationalspieler im Tor des TuS weiter äußerst stabil hielt und im Angriff immer wieder Lösungen gefunden wurden. Apropos Torhüter – Adanir stand nach vierzig Minuten bei rund 40% gehaltener Bälle und war wieder einmal ein wichtiges Puzzleteil im Ferndorfer Gesamtbild. Beim erwähnten 17:25 holte sich Soeren Servos seinen eigenen Abpraller und verwandelte. Waren die Abpraller in der Vergangenheit nie ein Freund des TuS, so waren es am Sonntagnachmittag in der Untermainhalle Elsenfeld genau diese Abpraller, die immer wieder in den Ferndorfer Händen landeten. Natürlich war auch das Spielglück den Nordsiegerländern hold, doch das hatten sie sich hart erarbeitet. Man sah an der Körpersprache, dass dort eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld stand. Trotz der weiterhin ausgefallenen Spieler, die aber allesamt die Reise an den Main mit angetreten hatten, sah man keine Anzeichen der Verunsicherung mehr. „Wir haben jetzt auch Selbstvertrauen gesammelt, um die angefangene Serie fortzusetzen“, warf Klatt schon einen Blick auf das kommende Wochenende. Seine Jungs spielten weiterhin hochkonzentriert und am Ende konnten sich auch Hampus Dahlgren auf Linksaußen und Finn Scharnweber auf Rechtsaußen in die Torschützenliste eintragen. Wenn es am Auftritt der TuS-Equipe überhaupt etwas zu bemängeln gibt, dann die Tatsache, dass man sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit nicht konsequent zu Ende spielt. Waren es beim 18:27 zu Beginn der Crunch-Time noch neun Tore Vorsprung, so knabberten die Unterfranken diesen bis zum Spielschluss auf vier Tore ab. Am Ende stand ein vollkommen ungefährdeter 27:31 Auswärtssieg zu Buche, der sehr viel Lust auf mehr gemacht hat.

Und diese Lust auf mehr kann schon kommenden Samstag gestillt werden. Dann tritt der Tabellenachte, der Dessau-Roßlauer HV, in der Kreuztaler Stählerwiese an. Natürlich möchten die Jungs aus dem handballverrücktesten Dorf Südwestfalens an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen. Die Welle des Unbesiegtseins so lange reiten wie nur irgendwie möglich. Denn Klatt betont auch nochmal: „Wenn wir unsere Spiele gewinnen, können die anderen machen was sie wollen!“ Aktuell sind es acht Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz Nummer Eins. Damit dass am Samstagabend nicht weniger sind, braucht das Team die lautstarke Unterstützung im Hexenkessel. Denn die mit der Brigade C befreundete Dessauer Fanszene hat sich bereits mit gut drei Dutzend Auswärtsfans angekündigt. Somit fällt dem Support von den Tribünen beim kommenden Heimspiel eine noch bedeutendere Rolle zu als sonst. Ran an die letzten Tickets, dabei sein wenn es in Kreuztals bester Stube wieder heißt: Alle dabei für den Klassenerhalt in Liga Zwei!

Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Mattis Michel (7), Soeren Servos (6), Josip Eres (4/1), Daniel Hideg (3), Marvin Mundus (3/1), Hampus Dahlgren, Valentino Duvancic, Julius Fanger (je 2), Finn Scharnweber, Gabriel Viana (je 1), Can Adanir, Nico Schnabl. Philip Würz


Fotos: A. Domian und HBL/TVG/Felix Müller
 

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