Starke rechte Angriffsseite ebnet den Weg

Es war der gewünschte Start nach Maß. Nach dem 1:0 der Dormagener, gelangen der TuS-Equipe vier Tore in Folge. Im Abwehrverbund agierte man galliger als noch vor Wochenfrist gegen Krefeld, und noch dazu kam ein Can Adanir, der zu Beginn auf dem Posten war. Teilweise wurden die Dormagener Angreifer auf neun, zehn Meter in Empfang genommen, was auch Teil des Matchplans von Coach Ceven Klatt war: „Wir haben über sechzig Minuten gut verteidigt, was sicherlich der Schlüssel zum Erfolg war!“ Doch nach dem 1:4 (7.) schlichen sich mehr und mehr technische Unzulänglichkeiten ins Spiel der Michel & Co.. Und wie es im Handballsport nun mal so ist. Dann schlägt das Pendel schnell wieder in die andere Richtung. Es dauerte nur bis zur 13.Minute, da sorgte Krischa Leis für den Dormagener Ausgleich zum 5:5. Klatt reagierte und brachte Daniel Hideg für Julius Fanger. Doch auch Julian Bauer, Coach des TSV Bayer Dormagen, reagierte auf den furiosen Start der Nordsiegerländer: „Wir haben das in der ersten Halbzeit gut verteidigt. Wir wollten dafür sorgen, dass wir die Abschlüsse der Ferndorfer unter maximalen Druck bekommen.“ Und auch wenn sich die Klatt-Mannen mit ihren Würfen über den Block keinen großen Gefallen taten, gingen die Rot-Weißen immer wieder in Führung. Nach einer Dormagener Auszeit in der 18.Minute lief es für die Männer vom Kindelsberg wieder besser. Hideg setzte Hampus Dahlgren in Szene, der sehenswert auf 5:7 stellte. Beim 6:9 war der Drei-Tore-Abstand wieder hergestellt. Und die Dormagener DNA verhinderte, dass selbige näher dran kam. Denn die jungen Spieler vom Mittelrhein wollten den Ball immer schnell laufen lassen. Das war am Freitagabend ab und an schwer vereinbar mit der Linie der Schiedsrichter. So attestierte Bauer nach dem Spiel, dass Ferndorf auch ein Stück weit „abgezockter war als wir“. Doch erst einmal kämpften sich die Blau-Lilanen wieder heran. Trotz der angesprochenen Fehler, bei denen der Ball ein ums andere Mal im Seitenaus landete, knabberten die TSV-Jungs wieder Tor um Tor vom Ferndorfer Vorsprung ab. Mit dem 11:12 in der 30.Minute, was auch gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutete, war das Spiel fast wieder egalisiert. Allerdings: Elf Gegentore gegen einen Gegner, der immer Tempo-Handball spielen will, ist ein absoluter Top-Wert!
Und die Klatt-Sieben machten nach der Pause genau da weiter. Man kam bestens in die Helfersituationen, zog Stopfouls und insbesondere auf den Rückzug war Verlass. Abwehrspiel ist Einstellungssache – und die stimmte bei den Michel & Co.! Der TuS legte konsequent mit einem Tor vor, was die Gastgeber immer wieder ausgleichen konnten. „Beim 16:16 ist es ein Schlüsselmoment“, sprach Bauer die Wiederteilnahme Adanirs am Spiel an. In Überzahl hatten die Gastgeber die Möglichkeit, erstmals im Spiel die Führung zu übernehmen. Doch Adanir, der nach seinen anfänglichen Paraden keine Hand mehr an den Ball bekam, nahm den Dormagener Rechtsaußen, auf höchst spektakuläre Art und Weise, zwei wichtige Bälle weg. Während sich Valentino Duvancic mit einer Zwei-Minuten-Strafe zu Hideg auf die Sünderbank gesellte, schaffte es der TuS mit zeitweise Fünf gegen Sieben den Vorsprung auf 16:19 (47.) auszubauen. Die beiden Ex-Hammer Tom Jansen und Julius Meyer-Siebert hatten getroffen. Und als Gabriel Viana mit einer reinen Willensleistung in der 53.Minute auf 19:22 stellte, waren die Weichen Richtung Auswärtssieg gestellt. Marvin Mundus, der Josip Eres auf Rechtsaußen abgelöst hatte, traf nun auch noch von Außen. Überhaupt war die rechte Angriffsseite mit 13 Toren das Prunkstück. Zum Ende hin waren es Adanir und Hideg, die mit ganz wichtigen Aktionen für einen Start-Ziel-Sieg sorgten. „Cool bleiben in der Crunch Time, das war ganz wichtig. Ich bin sehr zufrieden heute Abend“, war Klatt hörbar stolz auf seine Jungs. Über 21:24 (56.) hieß es am Ende 24:28. Eine der Mannschaften, die regelmäßig über dreißig Tore werfen, bei unter 25 Gegentoren gehalten. Eine ganz starke Leistung des Paradestücks der letzten beiden Jahre – der Ferndorfer Abwehr.
Das hat Lust gemacht auf mehr. Mehr von einer Ferndorfer Mannschaft, die sich gerade Stück für Stück in die Saison hinein kämpft. Und was eignet sich dazu besser als ein Derby? Am kommenden Samstagabend, zu bester Handballzeit um 19:30 Uhr, kommt es zum Südwestfalen-Derby. Eintracht Hagen wird mit großer Fanschar in Ferndorf anreisen. Somit steht einem stimmungsvollen Handballabend im Hexenkessel Stählerwiese nichts im Wege. Es gibt sogar noch ein paar Sitzplatztickets. Und natürlich noch reichlich Stehplätze. Doch gerade die Kombination des Auswärtserfolgs in Dormagen und dem ewig jungen Derby gegen Hagen, sollte die Fanmassen nochmal mobilisieren, so dass die Zuschauerzahl aus dem Krefeld-Spiel (1316) noch übertroffen wird. Kreuztals beste Stube ist bereit: Alle dabei für den Klassenerhalt in Liga Zwei!
Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Tom Jansen (6), Marvin Mundus (5), Daniel Hideg (4), Valentino Duvancic (3), Julius Fanger, Julius Meyer-Siebert, Gabriel Viana (je 2), Josip Eres (2/2), Hampus Dahlgren, Mattis Michel (je (1), Can Adanir, Lukas Süsser
Fotos: M. Lehmann, T. Adanir































