Noch fünf Spiele für den dezimierten TuS-Kader

Ferndorfs Chefcoach Ceven Klatt hat eine klare Meinung zu den Stärken des kommenden Gegners und zu der schlechten Statistik: „Auch meine Bilanz als Chefcoach gegen Coburg sieht sehr düster aus. Das liegt unter anderem an Keeper Petros Boukovinas, der in den vier Spielen rund sechzig Bälle gehalten hat. Dazu kommt mit Mikael Helmersson ein Top-Spieler der zweiten Liga und mit dem körperlich ganz starken Kreisläufer-Duo Nils Röller / Barlomiej Bis ein außerordentlich guter Innenblock.“ Damit hat Ferndorfs Mann auf der Kommandobrücke schon die Stärken Coburgs umrissen. Und doch ist man in Oberfranken sicherlich nicht zufrieden mit dem Saisonverlauf. Platz Acht ist der Status quo. Es geht nicht mehr viel nach oben und auch nicht viel nach unten für das Team vom im jugoslawischen Banja Luka geborenen Niederländer Anel Mahmutefendic auf der Coburger Bank. Dabei gibt es, neben den von Klatt genannten, auch noch andere Ausnahmespieler im Gastgeber-Kader. Beispielsweise der Kroate Marin Lisac, der mit Helmersson zusammen für die meiste Torgefahr sorgt. Oder aber die beiden effizienten Außenspieler – Jannes Krone auf Rechts- und Jesper Schmidt auf Linksaußen. In den vergangenen Jahren zählte der samstägliche Gastgeber immer zu den heimstärksten Teams der Liga. In der aktuellen Saison holten die Mahmutefendic-Schützlinge vierzehn von ihren dreißig Punkten in fremden Hallen. Vielleicht ist das das kleine Fünkchen Hoffnung, mit dem sich der TuS-Tross auf den Weg an die bayrisch-thüringische Grenze macht.
Denn allzu viel Positives gibt es aus dem Ferndorfer Lazarett nicht zu berichten. Einziger kleiner Lichtblick ist Tom Jansen. Der Derby-Held aus dem Wiederholungsspiel in der Hagener Ischelandhalle „stellt sich in den Dienst der Mannschaft“, wie Klatt es ausdrückt. Für den Notfall wäre Jansen also als Rückkehrer eingeplant. Bei all den anderen (Dauer-)Verletzten sieht es weiterhin düster aus. Keine Frage stellt sich allerdings in Bezug auf Max Löher. Der junge Mann aus dem eigenen Nachwuchs ist in den kommenden Wochen fest eingeplant im Zweitliga-Kader und wird sicherlich mehr und mehr Minuten sammeln. In der abgelaufenen Trainingswoche reagierte Klatt auf die Personalnot und nahm Linus Michel und Jakob Coelen aus der zweiten Mannschaft mit dazu, „damit ich wenigstens ein bisschen Fünf gegen Fünf spielen lassen kann“, will Klatt aber keineswegs über die eingetretene Situation allzu sehr wehklagen, sondern schiebt hinterher, dass „wir in der kleinen Gruppe an die Leistungen gegen Dresden, in Lübeck und in Hagen anknüpfen müssen“. Daniel Hideg, die badische Ballkanone, wird in Coburg aller Voraussicht nach sein 100.Saisontor erzielen. Und an Coburg hat der gebürtige Hockenheimer sehr gute Erinnerung. Stieg er doch dort, im Juni 2023, in einem Herzschlag-Finale mit dem ThSV Eisenach in die 1.Liga auf. Übrigens Seite an Seite mit dem damals 19-jährigen Marko Grgic. Das Schlusswort gehört dem Ferndorfer Aufstiegscoach: „Seit dem Wiederaufstieg 2024 stand der TuS Ferndorf noch nicht einmal auf einem Abstiegsplatz. Und das soll auch so bleiben. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den letzten Spielen noch Punkte einsammeln werden!“
Jammerschade, dass das Spiel in der HUK-COBURG arena nicht unter anderen Voraussetzungen stattfindet. Eine tolle Arena in einer nicht minder tollen Stadt. Für die reisefreudigen TuS-Fans hätte es ein Saison-Highlight werden können. Dass das Verletzungspech aber diese Saison so lange Station macht in Kreuztal, daran hätten selbst die größten Pessimisten nicht gedacht. Doch Fans, Offizielle und Spieler nehmen die Situation so wie sie ist. Und so gilt es am Samstagabend die Kräfte zu bündeln und das Beste aus der Situation zu machen. Und ab und an schreibt ja auch der Handball ganz wilde Geschichten. Wer dieser möglichen Helden-Inszenierung nicht live beiwohnen möchte, kann dies natürlich wieder über den Stream bei DYN tun. Um 18 Uhr pfeift das Unparteiischen-Gespann Thomas Hörath und Timo Hofmann die Begegnung an. Und dann heißt es wieder: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
WISSENSWERTES
Gegner: HSC 2000 Coburg
Einwohner Coburg: 41.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Trikotfarbe: gelb-schwarz
größte Erfolge: Bundesliga-Aufstiege 2016 + 2020
DHB-Pokal Viertelfinale 2024







