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Nach der EM ist vor dem Ligaalltag

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Der Jubel über die deutsche Silbermedaille bei der Europameisterschaft ist gerade erst verstummt, da hat der Ligaalltag die Michel & Co. schon wieder fest im Griff. Im Frühjahr 2025 war wochenlang ein echter Bestseller ganz oben in den Listen – der Abstiegskampf in Liga Zwei. Und auch im Frühjahr 2026 scheint die Geschichte nicht auserzählt. Siebzehn neue Kapitel schreiben die Protagonisten mit den harzigen Händen bis Anfang Juni.

Siebzehn Mal wird in der Saison 2025/26 noch um Punkte gekämpft. Und die Mannen um TuS-Coach Ceven Klatt wollen tunlichst vermeiden, dass es beim allerletzten Spiel, dem Heimspiel gegen TuSEM Essen am 6.Juni, zu einem Herzschlagfinale in der Stählerwiese kommt. Doch dem Unterfangen, möglichst zeitig Punkte einzusammeln, stellt sich am Samstagabend um 18 Uhr ein hochambitionierter Gegner entgegen.

Die HSG Krefeld machte es dem TuS Ferndorf im vergangenen Sommer nach. Ebenso eindrucksvoll wie die Siegerländer ein Jahr zuvor, zog man in die 2.HBL ein. Und da ging es furios los. In den ersten fünf Spielen verließ die Truppe von Trainer Mark Schmetz nur einmal als Verlierer das Feld. Problem dabei war, dass die Partien drei Mal unentschieden endeten. Wie zum Beispiel das Auftaktmatch in der Kreuztaler Stählerwiese. Da hatte ein Spieler der Partie die Krone aufgesetzt, der vor nicht allzu langer Zeit noch das TuS-Trikot trug: Jörn Persson. „Der Dreh- und Angelpunkt des Krefelder Spiels“, wie es Klatt beschreibt. „Aber auch ein Falk Kolodziej ist inzwischen in der Saison angekommen und macht das in puncto Spielsteuerung sehr gut. Wir treffen auf ein Team, dass insbesondere zu Hause sehr emotional und kampfstark auftritt“, merkt man Klatt durchaus den Respekt vor einem nicht zu unterschätzenden Gegner an. Und der hat sich in der Winterpause nochmal verstärkt. Der 29-jährige Pau Guitart, der in seiner spanischen Heimat Erstliga-Handball gespielt hat, kam im Winter ebenso in die Seidenstadt wie der Neue im Rückraum, Marvin Kix. Dem legte Kaderplaner Bob Hanning keine Steine in den Weg, da er sich gegen die namhafte Konkurrenz im Potsdamer Rückraum nicht durchsetzen konnte. Rückraum-Power kommt bei den Gelb-Schwarzen aber auch von der rechten Seite. Neben dem Ex-Ferndorfer Lucas Schneider, im übrigen der beste Vorlagengeber der Krefelder, ist es vor allen Dingen der erst 22-jährige, 2,02 mtr. große Robert Krass, der dort regelmäßig reüssiert. Für die HSG Krefeld ist das Heimspiel gegen den TuS Ferndorf so etwas wie der Auftakt zu den Wochen der Wahrheit. In den ersten fünf Spielen geben sich die Kellerkinder die Klinke in die Hand. Nach dem Auftaktspiel gegen die Michel & Co. geht es bis zum 1.März noch gegen Ludwigshafen, Essen und Oppenweiler/Backnang.

Die Letztgenannten hat der TuS Ferndorf im Februar auch noch vor der Brust. Doch erst einmal gilt die ganze Konzentration dem Spiel in der Glockenspitzhalle. Und zu diesem richtungsweisenden Match haben sich die Rot-Weißen einiges vorgenommen, wie Klatt zu berichten weiß: „Wenig Fehler machen. Schnell agieren in der ersten und zweiten Welle. Dazu haben wir die viertbeste Abwehr der Liga, die weiterhin die Basis sein muss. Wir wollen ohne große Wechsel auskommen, um im Tempo zu bleiben, Krefeld vor Aufgaben stellen und uns selten ins gebundene Spiel zwingen lassen!“Dafür hätte der Mann auf der TuS-Kommandobrücke gerne den kompletten Kader zur Verfügung gehabt. Doch wie vielerorts, hat auch im Lager der Nordsiegerländer Zweitliga-Handballer die Grippewelle zugeschlagen. Einige grippal angeschlagene Spieler konnten zu Wochenbeginn nicht mittrainieren. Welches Gesicht der TuS-Kader hat, wird sich also womöglich erst am Samstagmittag um 13:45 Uhr entscheiden, wenn Team und Staff Richtung Niederrhein aufbrechen. Die Vorbereitung hat einiges an Erkenntnissen gebracht. So war Klatt mit dem Auftritt gegen Wetzlar zufrieden und äußerte sich dahingehend, dass ihm der Auftritt „sehr gut gefallen“ hat. Ergebnisse waren zweitrangig, so dass er die Niederlage gegen TuSEM Essen nicht zu hoch hängen wollte. Von den Rekonvaleszenten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Wobei Fynn Herzig Licht am Ende des Tunnels sieht. Zwei Jahre war Herzig, der im Übergang von der Jugend in den Seniorenbereich als sehr großes Talent beim VfL Gummersbach galt, mit Knieproblemen außer Gefecht. Nun steht die Rückführung ins Mannschaftstraining auf dem Programm. „Ohne Körperkontakt“, wie Klatt betont, der zudem darauf verweist, dass es noch dauern wird, bis Herzig zu einer Hilfe im Team werden kann. „Wir müssen am Samstagabend um 18 Uhr emotional bereit sein. Und auch in den kommenden Wochen wieder mehr in diesen Modus kommen“, lautet die Parole Klatts für die wichtigen Partien zum Rückrundenauftakt.

An einem wird es am Niederrhein nicht mangeln. Und das ist die Unterstützung der TuS-Fans. Ein Fanbus macht sich auf den Weg. Und viele private Fahrgemeinschaften, das ist die Erfahrung aus den letzten Jahren, wird den 140 Kilometer langen Weg antreten, um die Jungs vom Kindelsberg lautstark zu unterstützen. Und auch der Blick der treuen Fangemeinde geht auf den so emminent wichtigen Februar. Denn bis zum 1.März spielen die TuS-Jungs noch gegen Dormagen, in Hagen, gegen Oppenweiler/Backnang und in Großwallstadt. Wer in Krefeld nicht mit dabei sein kann, dem sei die Liveübertragung des Streamingdienstes DYN ans Herz gelegt. Denn wo auch immer der Siegerländer Handballfan am Samstagabend mit der TuS-Equipe mitfiebert – überall heißt es dann wieder: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !


 

WISSENSWERTES
Gegner: HSG Krefeld Niederrhein
Heimspielstätte: Glockenspitzhalle (2.250 Plätze)
Einwohner Krefeld: 231.406 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Trikotfarbe: gelb / schwarz
größter Erfolg: Aufstieg in die 2.Liga 2019 & 2025

 

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