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Nach dem Derbysieg gilt es nachzulegen

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Derbysieg in Hagen, Lizenzerteilung für die Saison 2026/27, stabile Dauerkartenpreise in der nächsten Saison – die guten Nachrichten rund um den TuS Ferndorf wollen, nach den wirklich nervenaufreibenden Wochen im März und April, als sechs Spiele hintereinander nicht gewonnen werden konnte, aktuell kein Ende nehmen. Dabei ist noch nicht wirklich etwas in trockenen Tüchern. Doch der Abstand zu Abstiegsplatz Nummer Eins beträgt nun fast schon komfortable fünf Punkte, obendrauf kommt das wesentlich bessere Torverhältnis der TuS-Equipe. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Ferndorfs Chef auf der Kommandobrücke, Ceven Klatt, es klar formuliert: „Mit einem Heimsieg gegen den TuS N.-Lübbecke könne wir einen sehr großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen!“

 

Vor dem Hinspiel wechselte der TuS N.-Lübbecke den Trainer. Davor Dominikovic, seines Zeichens 174-facher kroatischer Nationalspieler, übernahm den Posten als Nettelstedter Chefcoach. Und seit dem Weihnachtsspieltag 2025 trägt dieser Wechsel auch ergebnistechnisch Früchte. „Sie zeigen sich deutlich verbessert, vor allen Dingen im Abwehrspiel. Da können sie eine 6:0, 5:1 oder auch 3:3 spielen“, sagt Klatt, und verweist auf die seit Weihnachten eingefahrenen 16:8 Punkte der Ostwestfalen. Dabei war die Heimniederlage vor Wochenfrist gegen die Eulen Ludwigshafen ein kleiner Stimmungskiller. „Doch genau aus dem Grund werden sie auf Wiedergutmachung aus sein“, erwartet Ferndorfs Coach einen hochmotivierten Gegner. Personell kann Dominikovic aus dem Vollen schöpfen. Aus der von Klatt angesprochenen, sehr gut agierenden Abwehr heraus, kommen insbesondere die beiden Außenspieler immer wieder zu Torerfolgen. Ob Tempogegenstoß oder erste Welle, die bundesligaerfahrenen Alexander Schulze auf Linksaußen und Tim Wieling auf Rechtsaußen zeigen sich enorm treffsicher. Im Rückraum schwingt mit Kasper Haugen Furu ein hochveranlagter Norweger das Zepter. In Szene gesetzt werden von Furu ein sehr spielstarker rechter Rückraum, sowie ein sehr wurfstarker linker Rückraum. Beispielsweise reüssiert auf Halbrechts der beim THW Kiel ausgebildete Henri Pabst, während im linken Rückraum der am Saisonende zum HSC Coburg abwandernde Sven Weßeling seit vielen Jahren weiß wo das Tor steht. Garniert wird das Ensemble vom gebürtigen Oberberger Fredrik Genz, der fünf Jahre bei den Füchsen Berlin unter Vertrag stand und in der Jugend sogar ein Jahr beim TuS Ferndorf A-Jugend-Bundesliga spielte.

Klatt sprach von „zufriedenen, aber müden und körperlich belasteten Gesichtern“, in die er beim Mittwoch-Training blicken durfte. Deshalb stand die taktische Vorbereitung auf das Freitag-Spiel im Vordergrund, bevor man beim Donnerstag-Training wieder vermehrt den Ball in den Vordergrund rückte. „Die größte Aufgabe für die Jungs wird sein, sich mental dem Kräfteverschleiß entgegen zu stellen. Nochmal an die Schmerzgrenze zu gehen, vielleicht sogar darüber hinaus“, sagt Klatt und schiebt noch einen Wunsch an den Hexenkessel hinterher: „Ich vertraue da aber auch auf unser Heimpublikum in der Stählerwiese, dass diese uns wieder pushen und nach vorne treiben!“ Das Publikum, resp. die Auswärtsfans in der Ischelandhalle, waren am vergangenen Dienstag ein X-Faktor. Das Ferndorfer Häuflein der Aufrechten wurde geradezu getragen von einer magischen Atmosphäre, wie sie sich nicht beliebig oft Replizieren lässt. Andererseits hat dieses Zusammenspiel zwischen Spielern und Fans gezeigt, wozu der Dorfverein aus dem nördlichen Siegerland fähig ist. Kadertechnisch sind keine großartigen Verbesserungen zu erwarten. Klatt verzichtet auf Linus Michel, nimmt aber unter Umständen Max Löher wieder mit dazu. Bei Philip Würz wird kurzfristig entschieden, ob er für einen Kaderplatz in Frage kommt oder ob er noch nicht wieder einsatzbereit ist. Auf jeden Fall mit dabei ist der „Emotional Leader“ vom Hagen-Spiel, der zehnfache Torschütze Tom Jansen. Dieser ging vorweg und war, wie auch seine Mannschaftskameraden, bis in die Haarspitzen motiviert.

Die Fans wurden bereits angesprochen. Und sie haben auch schon geliefert. Denn bis auf ein paar Rückläufer aus Nettelstedt-Lübbecke sind alle Sitzplatz-Karten bereits ausverkauft. Es liegt also durchaus im Bereich des Möglichen, dass die Stählerwiese ein drittes Mal hintereinander mit 1400 Zuschauern ausverkauft ist. Ein tolles Zeichen für den Rückhalt, den die Michel & Co. im Siegerland genießen. Und ein Beleg dafür, wie wichtig der Klassenerhalt in dieser Saison ist. Denn das Umfeld dürstet nach Zweitliga-Handball in der Stählerwiese. Deshalb gilt auch für den Freitagabend, wenn um 20 Uhr das Unparteiischen-Gespann Lucas Hellbusch und Darnel Jansen das Spiel anpfeift, die Maxime: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !

Gegner: TuS N.-Lübbecke
Einwohner Nettelstedt: 25.541 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Merkur Arena – 3.030 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: rot-schwarz
größte Erfolge: DHB-Pokalsieger 1981, Europapokalsieger der Pokalsieger 1981, EHF-Cup Sieger 1997 + 1998
 

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