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Mission Potsdam: TuS Ferndorf will Auswärtssieg Nummer fünf

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Einem 8:0 Punkte Start in die Rückrunde, folgte mit drei aufeinanderfolgenden Niederlagen die Ernüchterung. Dabei relativiert der Mann auf Ferndorfs Kommandobrücke, Ceven Klatt, die letzten beiden Niederlagen: „Wir können uns nicht mit Bietigheim und Balingen vergleichen. Aber selbst Balingen haben wir im gebundenen Spiel oft ins Zeitspiel gezwungen und sie vor Aufgaben gestellt. Solche Mannschaften bestrafen allerdings technische Fehler und Fehlwürfe postwendend mit Toren.“ Beim Blick auf die Tabelle wird deutlich dass, auch wenn die Aufgaben weiterhin nicht einfacher werden in den beiden nächsten Spielen, man mal wieder punkten sollte, um nicht ganz tief in den Schlamassel zu rutschen. Drei Punkte trennen die Michel & Co. von Abstiegsplatz Nummer Eins. Doch die gute Nachricht lautet, dass es nicht mehr enger werden kann an diesem Wochenende, da die beiden Teams auf Platz 16 und 17, TuSEM Essen und die HSG Krefeld, ihre Spiele am Gründonnerstag verloren haben.

Den direkten Kontakt zur Tabellenspitze hat indes der VfL Potsdam verloren. Startete man noch mit einem Auswärtssieg in Balingen hoffnungsfroh in die Rückrunde, so mussten in den darauffolgenden Spielen ein Remis gegen Dessau und Niederlagen gegen Dresden, Nettelstedt und Hüttenberg quittiert werden. Klatt sieht sein Team dennoch in der Außenseiter-Rolle und sagt zu den Stärken Potsdams: „Eine sehr gut ausgebildete Mannschaft, die sechzig Minuten lang nicht von ihrem Stil abweicht. Insbesondere zu Hause geben sie Vollgas und spielen mit maximalem Selbstvertrauen.“ Unumstrittener Denker und Lenker im Spiel der samstäglichen Gastgeber ist Markus Mahr. In der Spielzeit 2024/25 „Spieler der Saison“ in Österreichs HLA Meisterliga und aktuell nicht wegzudenken aus dem VfL-Spiel. „Den müssen wir in den Griff bekommen“, warnt daher Klatt und hat noch einen weiteren Gamechanger auf dem Zettel: „Nicolas Paulnsteiner auf Halbrechts ist sehr dynamisch und immer gefährlich.“ Alles in allem ein sehr gut austarierter Kader, den der ehemalige Auswahlcoach der deutschen U19 Nationalmannschaft, Emir Kurtagic, zur Verfügung hat. Ein echter Schlag ins Kontor war indes der Wechsel vom bis dahin besten Feldtorschützen und besten Assistgeber, Marco Mengon, zum TVB Stuttgart Anfang Februar. Siebenmeterschütze der Potsdamer ist der 22-jährige Nils Fuhrmann, der seit dreizehn Jahren die Schuhe für die Rot-Blauen schnürt, jedoch zur neuen Saison nach Dresden wechselt. Das Tor wird gehütet von einem ehemaligen Junioren-Nationaltorwart, der im Sauerland groß geworden ist – Frederik Höler hat das Handballspielen beim HTV Hemer erlernt.

Vor dem Spiel gegen Balingen-Weilstetten war Klatt froh, mal den Großteil des Kaders zusammen zu haben. Dann kam der Ausfall von Valentino Duvancic, zu dem sich diese Woche auch noch Hampus Dahlgren gesellte. Mit den anderen Langzeitverletzten fehlen dem TuS Ferndorf in Potsdam nicht weniger als sechs Spieler, was Klatt weiter zum Improvisieren zwingt: „Das macht die Aufgabe nicht einfacher. Gerade Tino und Julius fehlen uns als Alternativen im Innenblock. Wobei das gegen Balingen Philip Würz, nach kurzer Eingewöhnung, richtig gut gemacht hat!“ Zudem spricht der Trainer zwei Ziele an, die erreicht werden müssen, wenn man im Speckgürtel Berlins Punkte ergattern will: „Wir brauchen einen guten Rückzug und müssen die Potsdamer ins gebundene Spiel zwingen.“ Selbstredend muss die Wurfquote wieder nach oben. Die Effektivität muss gegeben sein, damit man nicht von Beginn an einem Rückstand hinterherläuft. Blaupause für dieses Unterfangen sollte das Spiel in Großwallstadt sein, als man einen konzentrierten Spielbeginn für einen Start-Ziel-Sieg nutzte. Ungewohnt ist diese Saison die Zeit auf der Strafbank. Kapitän und Identifikationsfigur Mattis Michel ist der neue Zeitstrafen-König im Ferndorfer Team und hat Gabriel Viana den Rang abgelaufen. Eine Position macht Klatt seit Monaten keine Probleme mehr – die der beiden Schnapper im Ferndorfer Tor. Wobei dem zweitbesten Torhüter-Duo der Liga seit zwei, drei Spielen eine außergewöhnliche Leistung fehlt. Vielleicht ist es aber Can Adanir oder Filip Baranasic nun vorbehalten, die Rot-Weißen zu einem Auswärtscoup beim Tabellenfünften zu führen.

Geleitet wird das Spiel in der MBS-Arena vom Unparteiischen-Gespann Lucas Hellbusch & Matthias Klinke - Anwurf ist um 18 Uhr. Auf eine große Fanschar darf der TuS diesmal nicht hoffen. Auch wenn einige Allesfahrer bestimmt am Start sind und ihr Bestes in puncto Unterstützung geben, so ist der Spielplan kein Freund für Fans von Auswärtstrips. Dem Spiel in Bietigheim folgt der Auftritt in Potsdam, bevor es in zwei Wochen nach Lübeck an die Ostsee geht. Da kommen einige Kilometer zusammen. Das Team ist am Freitagmorgen um 10 Uhr aufgebrochen. Am Freitagabend erreicht man die Landeshauptstadt Brandenburgs. Samstagvormittag steht eine Aktivierungseinheit auf dem Programm, bevor dann am Nachmittag der Aufbruch in die idyllisch am Templiner See gelegene MBS Arena ansteht. Doch auch die, die das Team von zu Hause unterstützen, dürfen gerne fest die Daumen drücken und bei DYN mitfiebern. Wenn es am Samstagabend um 18 Uhr, gemeinsam mit der #familieferndorf, mit der #familietus, heißt: Scream for your team !

Gegner: VfL Potsdam
Einwohner Potsdam: 184.850 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: MBS Arena (2.250 Zuschauer Fassungsvermögen)
Trikotfarbe: rot/blau
größte Erfolge: Aufstieg in die 1.Liga 2024

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