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Mammutaufgabe in Elbflorenz

News

Der TuS Ferndorf hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder mit Teams zu tun, die im DHB-Pokal für Furore sorgten und hochkarätige Gegner zugelost bekamen. Dessau und Großwallstadt durften sich mit dem amtierenden CL-Sieger aus Magdeburg duellieren. Die Balingen-Weilstetter hatten den Rekordmeister aus Kiel zu Gast. Das ganz große Besteck wurde allerdings in der BallsportArena Dresden aufgetischt. Denn nachdem der HC Elbflorenz die Hürde Oppenweiler/Backnang in Runde Eins genommen hatte, schlug man in Runde Zwei niemand Geringeren als den Bundesligisten HSV Hamburg. Einen weiteren Coup im Achtelfinale verhinderten nachlassende Kräfte. Denn wie schon in der Runde zuvor zwang man, mit der MT Melsungen, einen weiteren Bundesligisten in die Verlängerung, hatte aber diesmal das Nachsehen.

„Die physisch stärkste Mannschaft der 2.Liga“, so bezeichnet TuS-Chefcoach Ceven Klatt die Mannen des HC Elbflorenz und hat damit vor allen Dingen einen Rückraum im Visier, der im Handball-Unterhaus seinesgleichen sucht. Timo Löser und Doruk Pehlivan mit Gardemaß im linken Rückraum. Dazu der Norweger Viktor Petersen Norberg auf Halbrechts. Und als wenn das nicht schon genug Rückraumpower wäre, gesellt sich Regisseur Sebastian Greß dazu, der in seine zehnte Saison beim HC geht und mit seinen 30 Lenzen die Saison seines Lebens zu spielen scheint. Obendrein schwärmt Klatt vom Torhüter-Duo Robin Cantegrel und Marino Mallwitz - dass wahrscheinlich beste Gespann der Liga. The trend is your friend lautet eine alte Börsenweisheit. Die lässt sich aber auch auf die Dresdner Handballer projizieren, denn nach einem Saisonstart zum Vergessen haben sie die letzten sieben Ligaspiele allesamt gewonnen. Dabei darf sich Dresden-Coach André Haber mit Julius Dierberg und Lukas Wucherpfennig auf zwei gegenstoßorientierte Außenspieler verlassen, die die zweite Liga in und auswendig kennen. Haber selbst hat in Leipzig schon Bundesliga gecoacht. Und als er 2023 in einer der schönsten deutschen Städte seinen Dienst angetreten hat, war die Beletage des deutschen Handballs sicher auch das Ziel des ehrgeizigen Trainers. Im dritten Jahr seiner Amtszeit scheint seine Arbeit nun Früchte zu tragen. Man muss kein Prophet sein um zu sagen, dass die Schwarz-Goldenen bis zum Ende der Saison Dauergast in der Spitzengruppe sein werden.

Um am Sonntagabend um 18 Uhr diesem Team Paroli bieten zu können, muss auf Seiten der Rot-Weißen schon alles perfekt zusammenpassen. Um 9 Uhr morgens macht sich der TuS-Tross auf die 500 Kilometer lange Reise in den Osten. Dabei hat der Heimsieg gegen Potsdam am vergangenen Spieltag für viel Selbstvertrauen und gute Stimmung bei den Michel & Co. gesorgt. „Wir haben wiederholt guten Handball gespielt und uns endlich mit was Zählbarem belohnt“, war Klatt immer noch hörbar stolz auf seine Jungs. Can Adanir ist wieder an Bord, nachdem er beim Heimspiel gegen Potsdam passen musste, aber von seinem Gespannspartner Filip Baranasic hervorragend vertreten wurde. Die Rückraum-Besetzung der TuS-Equipe kristallisiert sich immer mehr heraus. Neben Julius Fanger auf der Mitte und Julius Meyer-Siebert auf Halblinks, reüssiert Tom Jansen auf Halbrechts. Dieser befand sich mit der niederländischen Nationalmannschaft auf Länderspielreise, ist aber wohlbehalten wieder im Siegerland angekommen. Der Akku Daniel Hidegs fand in der Pressekonferenz Erwähnung, als Klatt ihn beispielhaft nannte für eine Reihe Spieler, die Wehwehchen auskurieren konnten und froh waren, dass mal eine spielfreie Woche auch für freie Köpfe sorgte. „Ich muss im Sinne der Gesundheit auch schon mal Spieler vor sich selbst schützen“ - Klatt spricht über die Rekonvaleszenten Nico Schnabl und Gabriel Viana, die beide mit den Hufen scharren. Bei beiden Spielern wird es aber wohl nicht reichen für einen Einsatz am Sonntagabend. 

Reichen wird es allerdings für eine stimmgewaltige Unterstützung in der Landeshauptstadt Sachsens. Eine Abordnung des Fanclubs „Brigade C“ reist schon am Samstag nach Dessau, um die Freunde aus der Bauhausstadt beim Heimspiel gegen Oppenweiler/Backnang zu unterstützen. Und eben jene Dessauer lassen sich nicht lumpen, und haben schon seit einer Woche ein gutes Dutzend Fans am Start, die die 200 Kilometer am Sonntag nach Dresden fahren, um die Jungs vom Kindelsberg bei einem der schwersten Auswärtsspiele der Saison lautstark zu supporten – das ist gelebte Fanfreundschaft! Der Großteil der #familietus, #familieferndorf wird in heimischen Gefilden mitfiebern. Das geht natürlich wieder über dem Livestream bei DYN, wenn es am Sonntag um 18 Uhr in der modernen BallsportArena Dresden heißt: Scream for your team !!



WISSENSWERTES

Gegner: HC Elbflorenz
Einwohner Dresden: 564.900 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Ballsport Arena Dresden – 2.581 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: schwarz-gold
größte Erfolge: Aufstieg in die 2.Liga 2017, DHB-Pokal Achtelfinale 2025

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