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Großer Kampf des TuS bleibt ohne Lohn

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Zwei Erkenntnisse konnte man aus dem freitäglichen Handballabend gewinnen. Zum einen die Lehre, dass Handballspiele in Wellenbewegungen verlaufen. Da wo Fußballspiele lange entschieden sind, bedarf es beim Handballsport einer perfekten Welle, eines perfekten Laufs über ein paar wenige Minuten, und schon ist das Spiel wieder offen. Zum anderen waren die Zuschauer der große Gewinner des Abends. Ausverkaufte Stählerwiese mit 1400 Zuschauern. Und, wie es Ferndorfs Coach Ceven Klatt anmerkte: „Lob an die Stählerwiese für die Unterstützung. Das war Spitze – das war Saison-Bestleistung auf den Tribünen!“

Die beste Offensive der Liga zeigte zu Beginn des Spiels all ihre Offensivpower. Allen voran Linksaußen und Top-Torschütze Julius Dierberg, der beim Zwischenstand von 0:5 nach sechs Minuten schon vier Mal getroffen hatte. Und da sich der Ferndorfer Rückraum mit der Spieleröffnung schwer tat, zappelte der Ball erst in der 7.Minute zum ersten Mal im Netz der Gäste. Nach und nach stabilisierte sich der rot-weiße Abwehrverbund und zwang die Mannen vom HC Elbflorenz immer wieder ins gebundene Spiel und immer öfter ins Zeitspiel. Vorne traf Linksaußen Gabriel Viana zwei Mal spektakulär, verletzte sich aber bei seinem Tor zum 4:8 (12.) am Knie. „Das Knie sah in der Halbzeit gar nicht gut aus. Andere Spieler fallen mit so etwas drei, vier Wochen aus“, hatte Klatt nun ein Problem, da mit Hampus Dahlgren der zweite Mann auf Linksaußen verletzungsbedingt fehlte und die Abwehrleistung Vianas ohnehin schwer zu kompensieren ist. Julius Fanger musste bis zur Halbzeit die ungewohnte Spielposition einnehmen. Hatte der HC Elbflorenz noch die erste Welle des Spiels erwischt, so war es nun am TuS Ferndorf, die nächste Welle zu reiten. Angeführt vom immer stärker werdenden Can Adanir im Tor, robbte man sich Tor für Tor an das Spitzenteam aus Sachsens Landeshauptstadt heran. In der 19.Minute war es dann soweit. Tom Jansen, der früh von Marvin Mundus übernommen hatte, traf zum 8:8. Das Spiel war wieder vollkommen offen, dabei hatte es zu Beginn der Partie gänzlich anders ausgesehen. Bis zur 24.Minute sollte es noch dauern, bis sich die TuS-Equipe für den tollen Kampf mit der Führung belohnte. Unterstützt von rund einem Dutzend mitgereister Fans, ließ sich der Tabellendritte aber nicht abschütteln. Kopf an Kopf ging es Richtung Halbzeitpause. Jansen musste dann zum zweiten Mal mit einer Zeitstrafe auf die Bank, was viel Disziplin vom niederländischen Nationalspieler im zweiten Durchgang erfordern sollte. Denn aufgrund des bankfernen Wechsels war ein Angriff-/Abwehrwechsel kaum mehr durchführbar.

„Es sind doch nur noch dreißig Minuten“, sagte Viana gequält lächelnd in der Halbzeit und biss auf die Zähne. Und so wie das Spiel vor der Pause immer wieder remisierte, so war es auch zu Beginn der zweiten Halbzeit. Als Jansen, der von seinem Coach nach dem Spiel ein Extralob einheimste, zum 19:18 in der 41.Minute traf, konnte keiner ahnen dass das die letzte Ferndorfer Führung im Spiel sein sollte. Zu gut hatten sich die Michel & Co. bis dahin präsentiert, was auch Klatt zu Lobeshymnen veranlasste: „Wir haben das gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Greß und Pehlivan haben wir nicht zur Entfaltung kommen lassen.“ Wahrlich, es waren andere, die bei den Mannen in den gold-weißen Trikots in die Bresche sprangen. Über den Kreis erzielte Dresden sieben Tore und von den beiden Außenpositionen zwölf Tore. Klatt nahm eine Viertelstunde vor Schluss seine zweite Auszeit, was am ausgeglichenen Spiel erst einmal nichts änderte. 22:22 stand es in der 49.Minute, als Dresden die nächste kleine Welle erwischte und auf 22:25 (53.) vorlegte. Jansen und Eres sorgten in knapper Abfolge dafür, dass es nochmal richtig spannend wurde. Der Hexenkessel hatte Betriebstemperatur und die beiden Abwehrreihen verrichteten Schwerstarbeit. „Am Ende entscheiden Kleinigkeiten. Da ist es dann vielleicht auch 1x Latte und 1x Pfosten zu viel“, wollte Klatt nicht mit den Seinen ins Gericht gehen. Denn die verkauften sich über sechzig Minuten teuer. 25:26, 26:27 und 27:28 lauteten die Zwischenstände. Als Jansen eine Minute vor Schluss zum 28:29 traf, hatten nicht wenige Zuschauer noch Hoffnung auf einen Punkt. Doch mit seinem zehnten Tor machte Dierberg für die Ostdeutschen den Sack zu. Der Treffer zum 28:31 Endstand war dann ärgerlich, aber schlussendlich nur Ergebniskosmetik.

„Glückwunsch an Dresden zu einem hart umkämpften Sieg. Wir haben nun, gerade in Anbetracht unserer Kadersituation einen engen Plan mit drei Spielen in einer Woche“, richtete Klatt sein Augenmerk bereits auf die anstehenden Aufgaben. Vor dem nächsten Heimspiel am 24.April gegen Nettelstedt, zu dem es bereits zum jetzigen Zeitpunkt nur noch wenige Sitzplatz-Tickets gibt, müssen die Jungs vom Kindelsberg noch zwei Mal reisen. Am Dienstag, 21.April geht es zum Wiederholungsspiel nach Hagen. Und am kommenden Donnerstag reist der TuS-Tross Richtung Ostseeküste, wo am Freitagabend die schwere Aufgabe in der Hansehalle Lübeck auf die Michel & Co. wartet. Letzte Saison machte man hoch im Norden den entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt. Und auch dieses Jahr könnte es eine sehr stimmungsvolle Rückfahrt geben, wenn der Husarenritt aus dem Vorjahr wiederholt würde. Damals waren es über fünfzig Ferndorfer, die dem Auswärtsspiel einen tollen Rahmen gaben. Heuer werden es sicher nicht weniger sein, die auf der Tribüne alles dafür geben, dass auch nächstes Jahr Zweitliga-Handball beim TuS Ferndorf gespielt wird.

Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Tom Jansen (7), Gabriel Viana (6), Josip Eres (6/4), Mattis Michel (4), Daniel Hideg (2), Marvin Mundus, Soeren Servos, Philip Würz (je 1), Can Adanir, Filip Baranasic, Julius Fanger, Nico Schnabl

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