Ferndorf und Hüttenberg auf der Suche nach der Erfolgsspur

Eine ähnlich lange Durststrecke wie der TuS Ferndorf, in Bezug auf den letzten Saisonsieg, hat der sonntägliche Gegner zu verkraften. Der TV Hüttenberg, das Original aus Mittelhessen hat, wie die TuS-Equipe, seit dem 9.Spieltag am Wochenende 24.-26.Oktober kein Spiel mehr gewonnen. Anfangs in der Spitzengruppe mit dabei, mussten die Schützlinge von Ex-Nationalspieler Stefan Kneer nach und nach abreißen lassen. Was sicher, weitere Parallelität zum TuS, nicht an der Qualität im Kader liegt. Auch TuS-Coach Ceven Klatt weiß um die Stärken des Gegners: „Eine aggressiv verteidigende, kampfstarke Mannschaft, die es jedem Team in der zweiten Liga schwer machen kann. Sehr starke rechte Seite und dazu viel individuelle Qualität.“ Die Qualität von der Klatt spricht, ist im Rückraum der Mittelhessen zu finden. Die erste Garnitur der Rückraumkanoniere, von links nach rechts, mit Paul Ohl, Paul Kompenhans und David Kuntscher ist so etwas wie die personifizierte Torgefahr. 174 der 450 Hüttenberger Tore hat das Trio erzielt. Und wenn es über den Rückraum nicht funktioniert, ist da ja noch die Kleingruppe mit dem Kreis. Die funktioniert bei den Hüttenbergern nämlich seit Jahren exzellent. Abnehmer auf sechs Metern sind dann der 34-fache tschechische Nationalspieler Vit-Reichl und Ohl-Bruder Lasse. Exzellent funktionieren, das wird bei den Mittelhessen auch immer mit guter Abwehrarbeit in Einklang gebracht. So hat man in der vergangenen Saison mit der äußerst offensiv ausgerichteten Abwehr Maßstäbe gesetzt und ist letztendlich in einem Fotofinish am Erstliga-Aufstieg gescheitert. Dass bei den Hessen so viel Wert auf Abwehrarbeit gelegt wird, mag auch am Trainer liegen, der selbst ein Abwehrstratege war. Durch seine gute Arbeit steht er inzwischen auch bei Vereinen aus der Beletage auf dem Zettel, wenn es dort um Nachfolgeregelungen geht – wie zuletzt geschehen bei der HSG Wetzlar aus der Hüttenberger Nachbarschaft.
„Natürlich war die Enttäuschung groß nach der Niederlage gegen die Eulen Wir haben die Dinge, die nicht so gepasst haben wie wir uns das vorgestellt haben, deutlich angesprochen. Unter anderem, dass wir deutlich besser werden müssen beim Thema Chancenverwertung, sowie beim Thema des Momentums. Wir müssen es in gewissen Spielsituationen schaffen, den Sack zuzumachen.“ TuS-Chefcoach Klatt hatte einiges zu tun in der abgelaufenen Trainingswoche. Doch nach der Aufarbeitung der Niederlage gegen die Eulen und dem Aufrichten der Seinen, galt der Fokus dem sonntäglichen Spiel gegen den hessischen Rivalen. „Wir wollen natürlich wieder eine gute Abwehr stellen, denn die ist Grundlage um ins Tempospiel zu kommen. Denn allzu oft ins Positionsspiel gezwungen zu werden, sollten wir gegen Hüttenberg vermeiden“, will Klatt aber auch gegen die Mittelhessen versuchen die Punkte in Kreuztal zu behalten. Dafür steht ihm der gleiche Kader zur Verfügung wie gegen die Eulen. Das hofft der Coach zumindest, denn unter der Woche war der ein oder andere grippal angeschlagen, resp. hat kleinere Verletzungen auskuriert. Eine besondere Motivationsspritze bekam unterdessen Tom Jansen verabreicht. Der gehört nämlich zum EM-Kader der Niederländer und spielt somit im Januar international, was in seinem Trainer gemischte Gefühle auslöst: „Natürlich freue ich mich riesig für Tom. Allerdings ist das für den TuS Ferndorf suboptimal, da er uns in der Vorbereitung auf die Rückrunde nicht zur Verfügung steht. Aber das ist Profisport und dieses Problem haben andere Mannschaften auch.“ Ein weiterer Spieler, der internationale Luft schnuppern wird, ist Can Adanir. Die herausragenden Leistungen des Ferndorfer Zerberus sind auch dem türkischen Nationaltrainer nicht verborgen geblieben, so dass Adanir bei einem internationalen Turnier für die Türkei debütieren wird.
„Wir wissen, dass uns oft nur Kleinigkeiten gefehlt haben“ – Klatt weiß, dass nichts besser gegen den Winter-Blues hilft als Erfolge. Dafür werden die Michel & Co. auch am späten Sonntagnachmittag wieder alles in die Waagschale werfen. Ihr Scherflein dazu beitragen wird hoffentlich auch die Stählerwiese, die einen wahren Ansturm von Gästefans erleben wird. Die Hessen haben das komplette Kontingent abgerufen und kommen mit einem großen Fanbus ins Siegerland. Somit steht einem stimmungsvollen Heimspieltag nichts mehr im Wege. Zumal eine große Weihnachts-Tombola veranstaltet wird, zu der die Krombacher Brauerei den Großteil der 150 Preise beigesteuert hat. Fehlt nur noch ein ausverkaufter Hexenkessel. Für alle Kurzentschlossenen – es gibt noch Tickets! Live dabei sein und die Rot-Weißen im Abstiegskampf der zweiten Liga unterstützen: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
WISSENSWERTES
Gegner: TV Hüttenberg
Einwohner Hüttenberg: 10500 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: Sportzentrum Hüttenberg – 1450 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau/rot
größte Erfolge: 4.Platz Bundesliga 1980, Platz 24 in der „Ewigen Tabelle der Handball-Bundesliga“







