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Fans & Team feiern gemeinsam den Ligaverbleib

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Wer am späten Samstagabend bei der Rückkehr der Michel & Co. an der Stählerwiese war, fühlte sich zurückerinnert an die Aufstiegsfeiern der 00-er und 10-er Jahre. Wie zu damaligen Zeiten, als beispielsweise Ferndorfs Hauptstraße für die Ankunft des Mannschaftsbusses gesperrt wurde oder in der Sporthalle am Rosenkamm eine Spontan-Party stattfand, so wurden die Jungs in Rot und Weiß auch im Jahre 2026 mit Feuerwerk und Bengalos empfangen und gefeiert. Hierzu hatte Coach Ceven Klatt auch noch einige Worte an die Fans im Gepäck: „Super Unterstützung wieder einmal. Das ist nicht selbstverständlich, deswegen freue ich mich, freut das Team sich, da immer sehr drüber. Der Empfang in Kreuztal ist dann nochmal etwas ganz Besonderes, was mich speziell für die Jungs freut!“ Eine Saison, die unter einem schlechten Stern stand, und in der sich alle die es mit dem TuS halten, das ein oder andere Mal wie in einem schlechten Film fühlten, hat ein gutes Ende genommen. Der Niederlage in Hüttenberg zum Trotz hat man, aufgrund der Heimniederlage Krefelds, den Klassenerhalt geschafft und geht damit in die dritte Saison in der zweiten Liga, nach dem Wiederaufstieg 2024.

Dabei lieferten die Nordsiegerländer den Gastgebern einen großen Fight. Vor 1450 Zuschauern im ausverkauften Hüttenberger Sportzentrum hatten die Teams allerdings mit einem weiteren Gegner zu kämpfen, der Hitze. „Wir lagen sicherlich bei 30 bis 35°C“, berichtete Klatt nach dem Spiel. Auf Seiten der Hessen wollte man insbesondere dem scheidenden Kreisläufer Moritz Zörb einen würdigen Abschied bereiten. Und das merkte man in den Anfangsminuten, als der TVH-Express auf Hochtouren lief. 3:0 hieß es nach sechs Minuten. Philip Würz kassierte eine frühe Zwei-Minuten-Strafe und im Angriff zählten zwei Tore nicht, weil das Unparteiischen-Gespann zu früh eingriff. Und einem Versuch Marvin Mundus' stand dann auch noch die Latte im Weg. Nach sieben Minuten kassierte Würz seine zweite Hinausstellung, was angesichts des dünnen Kaders ein schwerwiegendes Problem war. „Wir hatten Schwierigkeiten, uns auf die Linie der Schiedsrichter einzustellen“, verriet nach dem Spiel Kapitän Mattis Michel. Und wahrlich, vierzehn der ersten dreißig Minuten agierte die TuS-Equipe in Unterzahl. Da war es eine Freude, vor allen Dingen aber sehr wichtig, zu sehen, was für einen tollen Auswärtssupport die TuS-Fans wieder einmal auf die Beine gestellt hatten. Über Einhundert hatten den Weg nach Mittelhessen gefunden und trugen bei „zu einer Wahnsinnsatmosphäre“, wie es der Kapitän ausdrückte. Getragen vom Support, sowie den ersten Paraden Filip Baranasics, knabberten die Rot-Weißen den Vorsprung ab. Beim 6:5 (13.) war man wieder auf ein Tor herangekommen. Doch drei Zeitstrafen gegen Ferndorf innerhalb von nur viereinhalb Minuten bremsten die Aufholjagd jäh ein. Nach der Zeitstrafen-Orgie waren die Gastgeber auf 10:6 davongezogen. Klatt stellte um und wechselte auf Sieben gegen Sechs. Der Kapitän fasste es nach dem Spiel gut zusammen, als er sagte: „Mit dem Sieben gegen Sechs haben wir Hüttenberg vor Probleme gestellt.“ Wahrlich, nach kurzer Eingewöhnung zeigte die TuS-Sieben, wie perfekt sie sich unter der Woche auf dieses taktische Mittel eingestellt hatten. „Wir haben das unter anderem gemacht, um Kräfte zu sparen“, sagte Klatt. Tom Jansen, der nach einer Viertelstunde von Mundus übernommen hatte, setzte nun Akzente. Zwei veritablen Anspielen auf Youngster Finn Scharnweber, die dieser für zwei blitzsaubere Tore nutzte, folgte ein Jansen-Tor aus der Kategorie „Tor des Monats“ zum 13:11 (25.). Der Ferndorfer Abwehrverbund nahm die Hüttenberger nun auf zehn, elf Meter in Empfang und sorgte somit für Verwirrung bei den Gastgebern. So gelang es bis zur Halbzeit, angeführt von einem stark aufspielenden Daniel Hideg, von 14:11 auf 16:15 zu verkürzen. 

Immer und immer wieder waren in Hälfte Eins lautstarke Ferndorf-Sprechchöre der mitgereisten Fans zu hören. Und die Fans, die in der Halbzeitpause zu lange Frischluft schnappen wollten, verpassten den Ausgleich der Jungs vom Rosenkamm zum 16:16. Baranasic, der das Torhüter-Duell in der ersten Halbzeit schon für sich und seine Farben entschieden hatte, schraubte seine bereits ordentliche Quote weiter nach oben. Chancen auf die erste Führung im Spiel ließen die TuS-Jungs zu diesem Zeitpunkt allerdings noch liegen. Über 18:18 (36.) und 20:20 (39.) ging es Kopf an Kopf weiter. In Minute Vierzig meldet sich dann auch Soeren Servos mit einem seiner unnachahmlichen Tore wieder im Spiel an. Und einer neuerlichen Glanztat Baranasics in der 43.Minute, ließen seine Vorderleute die erste Führung im Spiel folgen. 22:23 zeigte die Anzeigetafel im Glutofen zu Hüttenberg. Stefan Kneer, Coach der Hessen, wechselte nun ebenfalls auf die taktische Variante des siebten Feldspielers. Es war nun ein Spiel für die Wenigen, die sich an diesem taktischen Kniff erfreuen können. Doch Hüttenbergs Variante war ausbaufähig, denn man kassierte zwei Tore in den verwaisten Kasten. Den Treffer zum 23:25 (45.) erzielte Baranasic, der zu diesem Zeitpunkt mehr als doppelt so viele Paraden auf dem Zettel hatte wie seine Gegenüber Böhne und Shamir. In der 47.Minute gab es einen internistischen Notfall auf der Tribüne. Nach einer kurzen Spielunterbrechung ging es dann mit einem Unentschieden in die Crunch-Time, weil nun auch die TuS-Equipe patzte. „Wir machen in der zweiten Halbzeit ein, zwei zu einfache technische Fehler. Dazu gibt es Pfiffe gegen uns, die teils schwer nachvollziehbar waren“, haderte Klatt auch mit dem Unparteiischen-Gespann. Doch zunächst einmal legten die Michel & Co. wieder vor. Der in den letzten Wochen stark formverbesserte Julius Fanger markierte den erneuten Führungstreffer zum 27:28 (52.) ganz im Stile von Hideg, mit einem erneuten Prellen vor dem Torabschluss. Das 28:29 war die letzte Führung der Siegerländer Jungs. Mundus hatte Alu-Pech, als er mit einem tollen Heber nur den Pfosten traf. Und ausgerechnet in der Crunch-Time fehlten weitere Baranasic-Paraden. Ein Ballverlust, verbunden mit dem 31:29 (56.)  ins leere Ferndorfer Tor, war ein Nackenschlag. Hideg übernahm anschließend Verantwortung – verwandelte ein tolles Kempa-Anspiel Scharnwebers und traf nochmal zum 32:31 siebzig Sekunden vor Schluss. Mit dem Treffer Paul Ohls zum 33:31 war das Spiel aber entschieden. Hüttenbergs Leif Haack lieferte sich dann noch ein vollkommen unnötiges Scharmützel mit Gabriel Viana, der sich aber nicht provozieren ließ. In der Schlusssekunde erwiesen sich die Rot-Weißen als überaus faires Team, als man dem scheidenden Zörb den letzten Treffer ohne Gegenwehr gestattete. 

„Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, haderte Klatt mit dem Spielverlauf, ließ aber dann noch eine Ankündigung folgen: „Wir haben uns noch eine letzte Aufgabe gestellt für diese Saison und die ist, dass wir uns mit einem Sieg im letzten Heimspiel von unseren Fans verabschieden.“ Und auch wenn der Capitano nach dem Spiel sagte, dass er sich „sehr auf die anstehende Pause freut“, so gilt es, kommenden Samstag noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Man möchte sich, vor wahrscheinlich ausverkauftem Haus, noch einmal von der besten Seite zeigen und den scheidenden Akteuren einen tollen Abschied bereiten. Bevor sich dann die Wege von Fans und Spielern trennen, werden nach dem Spiel gegen TuSEM Essen noch gemeinsam ein paar Kaltgetränke serviert und der Hunger gestillt. Nach der Saison-Abschlussparty und der obligatorischen Mannschaftsfahrt, geht es in eine Sommerpause, bevor es dann am ersten Spieltag der Saison 2026/27 wieder heißt: Alle dabei für den Klassenerhalt in Liga Zwei!

Eingesetzte Spieler (in Klammern die Tore): Daniel Hideg (8), Finn Scharnweber (5/1), Marvin Mundus (4/3), Tom Jansen, Gabriel Viana (je 3), Julius Fanger, Mattis Michel, Soeren Servos (je 2), Filip Baranasic, Philip Würz (je 1), Can Adanir, Max Löher, Jonas Wilde


Fotos: Tamay Adanir/ TuS Ferndorf  -  HBL/TV Hüttenberg/Jenniver Roeczey

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