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Ein Top-Gegner jagt den nächsten

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Der DHB-Pokal schreibt einfach schöne Geschichten. Was auch der TuS Ferndorf bestätigen kann, denkt man beispielsweise an den Kracher gegen die Rhein-Neckar-Löwen vor über 4000 Zuschauern in der Gummersbacher Schwalbe-Arena im Jahre 2017 zurück. Aktuell schwebt der sonntägliche Gastgeber aus Balingen-Weilstetten, man muss sagen wieder einmal, auf der Pokalwolke Sieben. Letzte Saison sensationell beim Final-Four in Köln dabei, und dabei am Ende sogar die Rhein-Neckar-Löwen im Spiel um Platz Drei  besiegt, steigt diese Saison das Balinger Saison-Highlight am 5.November, wenn der Rekordmeister aus Kiel sich im Achtelfinale die Ehre in der Mey Generalbau Arena gibt.

Dieses Achtelfinal-Los gibt dem Team von Coach Matthias „Matti“ Flohr noch mehr Auftrieb für den Ligabetrieb. Ging das erste Spiel beim Absteiger aus Potsdam noch verloren, so entledigte man sich seitdem, bis auf eine Ausnahme in Coburg, aller Aufgaben mit mindestens sechs Toren Unterschied. Die Qualität im Kader der Süddeutschen ist wahrlich groß. Ferndorfs Coach Ceven Klatt findet dazu deutliche Worte: „Eine bockstarke Heimmannschaft die uns am Sonntag erwartet. Mit dem besten Außengespann der Liga und einem Mex Raguse auf Halblinks, der nur so vor Torgefahr strotzt!“ Bei den Außen spricht Klatt über Linksaußen Tim Ruggiero-Matthes und Rechtsaußen Sascha Pfattheicher, der sogar die ligaweite Torschützenliste anführt. Somit ist ein gutes Rückzugsverhalten ungemein wichtig, damit die Außen erst gar keine Gegenstöße laufen können. Mittelmann Yonatan Dayan hat bereits im Hammer Trikot oftmals gegen Ferndorf brilliert. Eine Schwachstelle waren zu Saisonbeginn die Keeper, die mit ihren Quoten nicht mit der Ligaspitze mithalten konnten. Doch ausgerechnet am Donnerstagabend, beim Balinger Nachholspiel in Ludwigshafen, glänzte Mateusz Kornecki mit einer Quote von 40%. Dass zu den besten fünf Feldtorschützen der HBW Balingen-Weilstetten beide Außenspieler und der Kreisläufer Tobias Heinzelmann gehören zeigt eindrucksvoll, wie schnell der Ball in den Reihen der Flohr-Mannen läuft und wie sicher sie in den Kooperationen agieren.

„Wir sind in vielen Bereichen ans Maximum gekommen. Natürlich sind die Jungs dann erst einmal enttäuscht. Aber alle Spieler geben aktuell im Training Gas. Wir haben eine gute Grundstimmung im Team und eine hohe Intensität im Training“ - Klatt war vergangenen Samstag zu recht stolz auf die Seinen. Sechzig Minuten war man auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer. Hatte ihn am Rande einer Niederlage. Und am Ende waren es Kleinigkeiten, die das Pendel zugunsten Bietigheims ausschlagen ließen. Personell wird sich weiterhin nichts an der Verletztensituation ändern. Bei Nico Schnabl sieht es so aus, dass er wohl in Dresden am 9.November wieder dabei sein wird. Alle anderen Spieler fallen längerfristig aus. Wobei der Ausfall Jonas Wildes nichts mit der Qualität der Ferndorfer Abwehr zu tun hat. Denn entgegen der subjektiven Meinung vieler TuS-Fans, stellen die Michel & Co. die zweitbeste Abwehr der Liga. Und das, obwohl Can Adanir im Kasten zwar über viele Phasen in den Spielen ein starker Rückhalt war, die Leistung aber nie über die vollen sechzig Minuten aufs Parkett brachte. Und auch wenn sich der ein oder andere noch mit Wehwehchen aus dem Bietigheim-Spiel plagt, verspricht der TuS-Coach: „Wir werden wieder auf dem Gaspedal stehen, solange die Füße uns tragen!“ Dass die Stimmung im Team gut ist, merkte man dem Ferndorfer Übungsleiter in der Pressekonferenz am Mittwoch an. Denn am Abend war das obligatorische Kabinenfest angesagt, und Klatt feixte schon ob der Tatsache, dass Julius Meyer-Siebert turnusmäßig an der Reihe war mit der Organisation. 

„Dass Balingen-Weilstetten auch am Donnerstagabend spielen musste, ist für diesen breiten Kader kein Problem. Die 5-10% die da vielleicht fehlen, macht das Heimpublikum wieder wett. Aber wir freuen uns auf die Atmosphäre in der Halle und zudem hat das Bietigheim-Spiel Mut gemacht“ - Klatt ist nicht gewillt, nur als Sparingspartner zu einem der Aufstiegsfavoriten zu fahren. Bis auf das Spiel in Dessau war die TuS-Equipe in keinem Spiel schwächer als der Gegner. Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben. Und am späten Sonntagnachmittag wollen die Jungs vom Kindelsberg den Gastgebern möglichst lange Paroli bieten. Und wer weiß, vielleicht hat der Handball-Gott an diesem Wochenende mal das TuS-Trikot übergestreift. Drei Spiele haben die Michel & Co. mit einem Tor verloren. Jetzt ist es an der Zeit, diese Statistik einmal umzukehren. Helfen wollen dabei auch die Fans, die den TuS im über 400 Kilometer entfernten Balingen-Weilstetten lautstark unterstützen werden. Und wer nicht live vor Ort dabei ist, hat natürlich wieder die Chance beim Livestream von DYN mitzufiebern. Oder aber man trägt die #familietus, #familieferndorf im Herzen und drückt fest die Daumen, wenn es am Sonntag um 17 Uhr heißt: Scream for your team !!


WISSENSWERTES

Gegner: HBW Balingen-Weilstetten
Einwohner Balingen/Weilstetten: 35.500/3.700 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Mey Generalbau Arena – 2.320 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau/rot
größte Erfolge: drei Aufstiege in die HBL,  Platz 29 in der „Ewigen Tabelle der Handball-Bundesliga“

 

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