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Ein großes Spiel wirft seinen Schatten voraus

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„Wir brauchen die Halle, wir brauchen die Emotionen“ - die Wortwahl von TuS-Coach Ceven Klatt ist eindeutig und nimmt auch die TuS-Fans für den Samstagabend in die Pflicht. „Wir sind krasser Außenseiter“, schiebt er hinterher und wünscht sich neben einer brodelnden Atmosphäre auch maximale Emotionalität von seinen Spielern. Denn ein Derby hat eben seine eigenen Geschichten. Und während man in einem Menschenleben meist um die achtzig Jahre Zeit hat Spuren zu hinterlassen, ist es in einem solch bedeutungsvollen Handballspiel möglich, sich innerhalb von nur sechzig Minuten einen Eintrag für die Ewigkeit im Vereins-Geschichtsbuch zu sichern. Ein Fußballtrainer hat einmal zum Besten gegeben: Ein Derby zu verlieren, ist ein bisschen wie sterben! Ganz so martialisch wird es am Samstagabend nicht werden, andererseits geht es um nicht mehr und nicht weniger als die handballerische Vorherrschaft in Südwestfalen.

Klatt hat Respekt vor einem Gegner, der Jahr für Jahr einen sehr guten Kader stellt, aber eben auch Jahr für Jahr an der eigenen Instabilität scheitert: „Mit den ersten beiden Spielen untermauern sie ihre Ansprüche!“ Wahrlich, die Grün-Gelben ließen in Coburg und gegen Nordhorn-Lingen, zwei Mannschaften mit berechtigten Ambitionen auf das obere Tabellendrittel, schon mal mächtig die Muskeln spielen. Pascal Bochmann im Hagener Tor ist in geradezu bestechender Form. Die starke rechte Seite mit dem bisherigen Top-Torschützen und Halbrechten Jan von Boenigk sowie Rechtsaußen Pierre Busch gehört zum Besten, was die Liga auf diesen Positionen zu bieten hat. Pouya Norouzinezhad ist ein alter Bekannter und weiterhin der Entscheider im Team, wenn es enge Situationen zu bewältigen gibt. Insgeheim darf der neue Mann am Hagener Kreis als Königstransfer bezeichnet werden – Philip Jungemann kam vom Absteiger aus Hamm. Hinten hält er den Abwehrverbund zusammen und im Angriff kann man schon zu Beginn der Saison von einem exzellenten Verständnis mit den Rückraumspielern sprechen. Und wem das noch nicht reicht, der schaue sich die international erfahrenen Spieler an. Abwehrstratege Niclas Pieczkowski hat 41 Länderspiele für Deutschland absolviert. Linksaußen Hakon Styrmisson derer 16 für Island. Eintracht-Coach Pavel Prokopec lässt einen sehr modernen Handball spielen. „Sie spielen unangenehme Abwehrvarianten“, hat auch Klatt die vielen unterschiedlich Abwehrformationen der Gäste in den ersten beiden Spielen gesehen. 

Dem gilt es mit ebensolchen Maßnahmen entgegenzuwirken. „Wir müssen so kompakt verteidigen wie in Dormagen. Da haben wir über sechzig Minuten gut gearbeitet und einen exzellenten Rückzug gehabt. Und im Angriff müssen wir Hagen vor Aufgaben stellen“, ließ Klatt durchblicken, wo in der Trainingswoche die Schwerpunkte lagen. Bis auf die weiterhin ausfallenden Langzeitverletzten kann der Ferndorfer Übungsleiter aus dem Vollen schöpfen. Und er wird nicht müde die Faktoren zu wiederholen, warum man am Samstagabend als Sieger aus der Partie hervorgehen kann: „Wir haben ein Heimspiel, es ist ein Derby und dann kommt hoffentlich der Stählerwiese wieder große Bedeutung zu!“ Wer sich bereits einen Platz in den Geschichtsbüchern, mit einem unfassbar guten Derbyauftritt gesichert hat, ist Julius Fanger. Mit dem noch validen Jonas Wilde zusammen war Fanger im Hinspiel der vergangenen Saison die entscheidende Komponente. Nun sind auch noch andere Spieler im Ferndorfer Kader, die über ihre Emotionen ins Spiel kommen können. Can Adanir, der mit seinen spektakulären Paraden immer wieder Munition in den Hexenkessel wirft. Gabriel Viana, der portugisische Nationalspieler und Emotionsbolzen auf Linksaußen. Oder aber auch Neuzugang Tom Jansen, der mit seinem Gespannsmann auf Halbrechts, Marvin Mundus, Top-Torschütze des Teams ist. Der in Dormagen pausierende Nico Schnabl wird wieder mit an Bord sein. Und auch der Lange – Julius Meyer-Siebert, brennt auf sein erstes Südwestfalen-Derby und will dazu ebenso mit Toren beitragen wie der Mann für die wichtigen Momente, Daniel Hideg! 

So bleibt in der Gesamtbetrachtung der Eindruck hängen, dass, adäquat zu den Heimspielen ein Jahr zuvor, den Zuschauern im Hexenkessel wieder eine entscheidende Bedeutung zukommt. Der Funke muss vom Spielfeld überspringen, aber dann die ganze Stählerwiese entfachen. Damit sollte einem spektakulären Handballabend wenig im Weg stehen. Sitzplatztickets sind für dieses Spiel keine mehr zu bekommen. Stehplatztickets gibt es aber noch zur Genüge. Und wer weiß, vielleicht darf Hallensprecher Kai Brückmann ja wieder mal das magische Wort aussprechen – Ausverkauft! Und wer die knisternde Atmosphäre nicht live verfolgen kann, dem sei der Livestream bei DYN ans Herz gelegt. Diesen Spieltag wird das Südwestfalen-Derby sogar auf DYN Sport Mix übertragen, was frei empfangbar ist. Und egal wo die TuS-Fans am Ende mitfiebern. Im Hexenkessel vor Ort, auf dem heimischen Sofa oder aber im Herzen – wichtig ist: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus ! 


Wissenswertes
Gegner: VfL Eintracht Hagen
Einwohner Hagen: 190400 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: Ischelandhalle - Krollmann-Arena
Trikotfarbe: grün-gelb
größte Erfolge: vier Aufstiege in die 2.HBL, 
Sieger der Staffel Mitte 2.HBL 1992 

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