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Die TuS-Equipe gastiert beim Tabellenführer

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Wie wichtig ein Sieg im Heimspiel gegen Dessau gewesen wäre, verrät ein Blick auf die Tabelle. Denn wenn es ungünstig läuft für die Mannen von Chefcoach Ceven Klatt, dann ist es Ende März unter Umständen nur noch ein Punkt, der die Michel & Co. vom ersten Abstiegsplatz trennt. Doch das Leben im Konjunktiv bringt einen bekanntlich nicht nach vorne. Wärewürdenhätten doch die Sterne hier und da günstiger gestanden, hättewürdewäre der TuS Ferndorf nie so tief in den Schlamassel gerutscht. Da gibt sich Klatt mit seinen Jungs doch wesentlich zielgerichteter und kämpferischer vor der großen Aufgabe: „Wir waren im Hinspiel fünfzig Minuten die bessere Mannschaft. Natürlich wollen wir am Samstagabend gewinnen. Wenn wir dieses Ziel nicht haben, brauchen wir gar nicht erst nach Bíetigheim fahren!“

„Sie haben den besten Kader, das beste Torhüter-Gespann und den besten Trainer“ - Klatt lässt keinen Zweifel daran, dass die SG BBM Bietigheim zu recht auf Tabellenplatz Eins steht. Eindrucksvolles Beispiel für den gut austarierten Kader sind die besten sechs Torschützen der Baden-Württemberger. Denn das sind der Linksaußen, der Halblinke, der Mittelmann, der Halbrechte, der Rechtsaußen und der Kreisläufer. Sucht man den großen Star, wird man bei den Süddeutschen nicht fündig. Denn der steht mit dem Weltmeister von 2005, und heutigem Nationaltrainer der österreichischen Herren-Nationalmannschaft, Iker Romero, eher an der Seitenlinie. Viel geht bei den samstäglichen Hausherren über perfekt harmonierende Kleingruppen. Davon profitiert am meisten der Mann am Kreis – Jonathan Fischer hat bereits 113 Feldtore auf dem Konto. Zum Vergleich: Ferndorfs bester Feldtorschütze, Daniel Hideg, steht bei 67 Toren. Den Impact geben meist der im Sommer nach Hagen wechselnde Juan de la Pena auf der Mittelposition und Dominic Claus im rechten Rückraum. Erwähnung finden müssen natürlich auch die Torhüter. Jan Hrdlicka und Martin Tomovski sind das einzige Gespann, das eine bessere Quote vorweisen kann als Can Adanir und Filip Baransic auf TuS-Seite. Spannender und interessanter Fakt, dass Baranasic nach dem Hinspiel aus Bietigheim an den Kindelsberg wechselte. Ein Spieler auf Seiten der Gastgeber hat in der Jugend sogar mal das Ferndorfer Trikot getragen. Maxim Orlov - Sohn von TuS-Legende Alex Orlov, der von 2000-2009 Spieler und von 2017-2021 Co-Trainer vom heutigen sportlichen Leiter Michael Lerscht war. 

„Nicht nur Maxim Orlov ist individuell stark. Wir werden den Bietigheimer Rückraum hoch annehmen müssen, damit sie erst gar nicht in gute Wurfpositionen kommen“, hat Klatt aber auch intensiv mit Keeper Baranasic über dessen ehemalige Mannschaftskameraden gesprochen. Dazu hat der Ferndorfer Übungsleiter die Devise „Tempospiel“ ausgegeben. Denn im gebundenen Spiel wird es gegen den Tabellenführer brutal schwer. Und auch bei viel Tempo muss die Anzahl der technischen Fehler limitiert und die Würfe gut vorbereitet sein. Gute Chancen mit Trickwürfen zunichte machen - das will der TuS-Coach nicht mehr sehen, blickt aber nicht nur im Groll zurück auf Dessau: „Natürlich haben wir Top-Chancen ausgelassen. Aber wir drehen das Spiel auch nach dem 8:14 wieder auf unsere Seite. Auch das nehmen wir aus diesem Spiel mit. Personell steht Klatt der gleiche Kader zur Verfügung wie gegen Dessau. Dass heißt, auch mit Adanir und Baranasic, dem zweitbesten Torhüter-Gespann der Liga. Nimmt man einmal alle regelmäßig spielenden Keeper der Liga unter die Lupe lässt sich festhalten, dass Baranasic der Zerberus mit der besten Quote in Liga Zwei ist! In fast allen anderen Statistikbereichen sucht man den TuS Ferndorf vergeblich auf den Spitzenpositionen. Allein die Quote der verwandelten Siebenmeter lässt aufhorchen, denn da steht das TuS-Team auf Platz Eins. Und auch bei Klatts Lieblingsthema, dem Abwehrspiel, sind die Rot-Weißen, gemeinsam mit der SG BBM Bietigheim, Ligaspitze. Es wird also sehr wahrscheinlich auch wieder auf die Leistung der Torhüter ankommen. Und daran, dass der TuS in diesem Bereich ligaweit so gut unterwegs ist, hat sicher auch Torwarttrainer Jannis Michel einen nicht unerheblichen Anteil.

Einstellung schlägt Aufstellung heißt es oft. Und warum sollte den Michel & Co., vorausgesetzt man kämpft bis das Wasser in der Dusche angeht, nicht die Überraschung des Spieltags gelingen? Verdient hätten sich solch einen Auswärtscoup vor allen Dingen die treuen Allesfahrer, die auch am Samstag wieder einmal eine 330 Kilometer lange Strecke nicht scheuen, um ihren TuS Ferndorf zu unterstützen. In der imposanten, 4500 Zuschauer fassenden, EgeTrans Arena gilt es, mit kühlem Kopf und heißem Herz zu agieren. Wer nicht live vor Ort dabei ist, dem sei der Livestream bei DYN empfohlen. Doch ganz egal ob 30 Kilometer nördlich von Stuttgart, vor den Bildschirmen in Siegerland und Nachbargebieten oder nur mit dem Herzen mitfiebernd, wichtig ist wieder: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus ! 


WISSENSWERTES
Gegner: SG BBM Bietigheim
Einwohner Bietigheim: 43.500 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Ege Trans Arena (4.583 Zuschauer Fassungsvermögen)
Trikotfarbe: rot  /  blau
größte Erfolge: Aufstieg in die 1.Bundesliga 2014, 2018 und 2024

 

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