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Die nächste Bewährungsprobe: TuS Ferndorf vor heißem Tanz bei den Eulen

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„Wir wollen den Klassenerhalt nicht auf der Couch feiern, sondern mit einem Sieg auf der Platte“ - die Zielsetzung von Coach Ceven Klatt für das Auswärtsspiel am Samstagabend lautet also ganz klar Auswärtssieg. Mitunter konnte man in dieser Saison den Eindruck gewinnen, dass der TuS-Coach der einzige ist, der ohne Verletzung durch die Saison gekommen ist. Immer wieder brachen in den vergangenen Monaten verletzungsbedingt wichtige Säulen weg. Doch Jammern ist nicht die Kernkompetenz der Rot-Weißen. Da stehen eher so Dinge wie Mentalität und Kampfeswille ganz oben auf der Agenda. Fünfzehn der bis dato eingefahrenen zweiundzwanzig Punkte haben die TuS-Jungs in der Fremde geholt. Immer wieder hat man, insbesondere bei den Auswärtsspielen, Rückschläge weggesteckt und überzeugend gespielt, wie auch Klatt anmerkt: „Unsere Auftritte in Potsdam, Lübeck, Hagen und Coburg stimmen mich positiv, dass wir auch in Ludwigshafen was holen können.“

Dabei gilt es ein Team zu bezwingen, welches ebenfalls vom Verletzungspech heimgesucht wurde, aber aus der Not eine Tugend gemacht hat. Am 6.Oktober übernahm der 2007-er Weltmeister Michael Haaß das Zepter auf der Trainerbank der Eulen. Und gleich zu Beginn musste er die schwere Verletzung von Neuzugang und Führungspersönlichkeit Vincent Bülow verkraften, der aktuell wieder mehr und mehr Spielanteile erhält. Des einen Leid ist des anderen Freud. Marc-Robin Eisel, seit 2021 bei den Eulen unter Vertrag, spielt aktuell die Saison seines Lebens. „Er hat sich weiterentwickelt und übernimmt viel Verantwortung“, ist auch Klatt erstaunt über die Entwicklung des Mittelmanns. Von Eisel in Szene gesetzt wird vornehmlich der 2,07 mtr. große Friedrich Schmitt auf Halblinks. Wobei auch die Kooperationen mit dem Kreis ein Erfolgsrezept des ehemaligen Bundesligisten sind. Da sind die physisch starken Lars Röller und, vor allen Dingen, Frederic Stüber die Abnehmer. Wobei beide Kreisläufer auch in der Abwehr ihren Mann stehen, respektive ihre Stärken haben. Auf Linksaußen spielt derweil der Sohn eines weiteren 2007-er Weltmeisters. Kian Schwarzer, Sohn von Christian „Blacky“ Schwarzer, hat schon 63 Saisontore auf dem Konto und glänzt vor allen Dingen mit starker Wurfeffektivität. Im Tor gibt es indes im Sommer einen großen Umbruch. Der ehemalige Junioren-Nationaltorwart Mats Grupe verlässt die Eulen ebenso wie der Slowene Ziga Urbic. Das Personalkarussell hat also schon Fahrt aufgenommen in der Industriestadt am Rhein.

„Wir müssen schauen was geht. Am Ende erwarte ich von meinem Team nur, dass sie sich zerreißen, aufopferungsvoll kämpfen und diszipliniert verteidigen. Und dann müssen wir schauen, wie weit die Füße uns tragen“ - das waren Klatts Worte vor dem Auswärtsspiel in Hagen. Und sie lassen sich quasi eins zu eins ummünzen auf die aktuelle Situation. Denn hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Kaders hat sich so gut wie nichts geändert. Filip Baranasic stellt sich in den Dienst der Mannschaft und unterstützt seinen Gespannspartner Can Adanir nach Kräften. Ansonsten steht Klatt der gleiche schmale Kader zur Verfügung wie gegen Nordhorn. Soeren Servos, der bei der Junioren-Nationalmannschaft weilte, wird fitter ins Spiel gehen als zuletzt. Und auch bei Adanir hofft der TuS-Coach, dass die Reise zur Nationalmannschaft nochmal Kräfte freigesetzt hat. Denn auch am frühen Samstagabend wird mitentscheidend sein, wer die bessere Performance zwischen den Pfosten hat. „Im Hinspiel hatten wir die schlechteste Abwehrleistung der Saison“, hadert Klatt immer noch mit der Ein-Tore-Niederlage aus dem Dezember. Man will kompakter agieren, besser in die Stopfouls kommen und die Helferkette muss funktionieren. Ein besonderes Spiel ist es sicherlich für den besten Torschützen im rot-weißen Trikot. Denn Daniel Hideg lief von 2018 bis 2020 für die samstäglichen Gastgeber auf. Um die vereinsinterne Torjägerkanone streiten sich indes neben dem Führenden Hideg die beiden Linkshänder Josip Eres und Marvin Mundus.

Die in dieser Saison nicht gerade verwöhnten TuS-Fans sind schon mal in Vorleistung getreten. Denn für das letzte Spiel gegen TuSEM Essen am 6.Juni, dem ja durchaus eine riesige Bedeutung zukommen könnte, gibt es schon Wochen im Voraus keine Sitzplatztickets mehr. Doch auch beim schweren Gang nach Ludwigshafen, in einer gut gefüllten Friedrich-Ebert-Halle, werden die TuS-Fans wieder lautstark auf sich aufmerksam machen – so wie bei jedem Auswärtsspiel in dieser Zweitliga-Saison. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja nach der Schlusssirene die Möglichkeit, gemeinsam mit der TuS-Equipe den Klassenerhalt zu feiern. Wer nicht live dabei ist, sollte allerdings gegen 18 Uhr den Grill auskühlen lassen. Denn dann pfeift das durch unzählige Spiele in der Beletage des deutschen Handballs gestählte Unparteiischen-Gespann Thomas Kern und Thorsten Kuschel die Partie an. Und auf der Streaming-Plattform DYN wird es wie immer die Möglichkeit geben, die Rot-Weißen von der heimischen Couch aus anzufeuern: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus!

Gegner: Eulen Ludwigshafen
Einwohner Ludwigshafen: 179.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: Friedrich-Ebert-Halle (2268 Plätze)
Trikotfarbe: rot-weiß
größte Erfolge: Erstliga-Aufstiege 2010, 2014 + 2017
 

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