Die Leistung von Coburg in die Stählerwiese transportieren

Am Samstagabend stellt sich ein Team in der Stählerwiese vor, das, rein auf die erste Sieben gesehen, ein Aufstiegskandidat ist, wie auch TuS-Coach Ceven Klatt anmerkt: „Mit Frieder Bandlow haben sie den besten offensiven Halbrechten der Liga in ihren Reihen. Dazu mit Tarek Marschall auf Halblinks einen echten Goalgetter, der eine bärenstarke Rückrunde spielt. Und mit Elmar Erlingsson haben sie einen Spielmacher, dessen Spielweise, vor allen Dingen seine Kreisläufer-Kooperation, ich mag.“ Damit skizziert Klatt schon die ersten drei Ausnahmekönner der Niedersachsen. Die Spielweise der Mannen aus der Grafschaft Bentheim ist auf gnadenloses Tempo über sechzig Minuten ausgelegt. „Dadurch sorgen sie in der Ordnungsphase immer wieder für Isolationen, die die beiden Halben und die Außen exzellent auszunutzen wissen“, warnt Klatt vor dem hohen Spieltempo des Ex-Bundesligisten. Die Außenspieler, Elias Ruddat auf Links- und Maximilian Lux auf Rechtsaußen, wurden genannt. Fehlt noch der Kreisläufer und der Torhüter. Dass ist zum einen Mika Sajenev, der zweitbeste Blockspieler der Liga. Und zum anderen der 32-jährige Däne Kristian van der Merwe, seit Jahren einer der Top-Torhüter in Liga Zwei. Sollte es also eine Schwachstelle im Team von Mark Bult geben, so kann das höchstens die Masse an Ausnahmespielern sein. Denn sobald der 85-fache niederländische Nationalspieler auf der Nordhorner Bank zum Wechseln gezwungen ist, geht ein wenig Qualität verloren. Und das ist eines der wenigen Themen, welches die samstäglichen Gäste daran hinderte, ins Rennen um die zwei Aufstiegsplätze einzugreifen.
Es wird wohl ein Sonntagmorgen zum Vergessen für Mattis Michel und Gabriel Viana. Beide TuS-Spieler werden nämlich wieder nahezu über die kompletten sechzig Minuten gehen müssen, was spätestens am Sonntagmorgen mit entsprechenden Nachwehen verbunden ist. Die Reihen im rot-weißen Lazarett haben sich immer noch nicht gelichtet. Dabei wird Soeren Servos am Samstag Einsatzzeit bekommen und auch Max Löher wird in den verbleibenden vier Saisonspielen immer wieder einige Einsatzminuten sammeln. „Nun haben wir in Hagen und Coburg zwei überragende Auswärtsauftritte hingelegt. Das wollen wir nun endlich auch zu Hause mal schaffen. Wie wir in Coburg gesehen haben – wenn jeder an sein Limit geht und die Basics auf die Platte bringt, können wir nahezu jeden schlagen“, sagt Klatt und verhehlt dabei nicht, dass „zwei bis vier Punkte aus den letzten Spielen schon noch ganz nett wären“. Es geht auch um das so wichtige Gefühl. Wenn man als Team mit Niederlagen aus der Saison geht, kommt man anders in die neue Saison, als wenn die letzten Spiele siegreich gestaltet werden. Nicht umsonst spricht man von der Euphorie eines Aufstiegsteams, welches die Euphorie ja auch aus der alten in die neue Saison rettet. Bei der schweren Mission an diesem Wochenende liegt das Hauptaugenmerk sicherlich wieder auf dem altbekannten Thema Effizienz. In Coburg zeigte sich die TuS-Equipe diesbezüglich von ihrer Sahneseite. Die Abschlüsse waren wohlüberlegt und von größtmöglicher Effizienz. Dazu konnte auch die Anzahl der technischen Fehler reduziert werden. In Einklang mit einem sehr beweglichen Abwehrverbund, wird das auch das Mittel der Wahl sein, um die HSG Nordhorn-Lingen vor große Aufgaben zu stellen.
1.400 Zuschauer – die magische Marke einer ausverkauften Stählerwiese, die so lange als kaum erreichbar galt. Nach dem Dessau-Heimspiel am 7.März, bei dem 1.313 Zuschauer zugegen waren, war die Stählerwiese im Anschluss drei Mal ausverkauft. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie sehr das nördliche Siegerland und sein Umland nach professionellem Handball in Kreuztals bester Stube dürsten. Ein Beweis dafür, wie sehr die Handballfans hinter ihrem Verein stehen. Selbst in Potsdam sorgten die TuS-Fans sechzig Minuten für einen tollen Auswärtssupport. Und auf einem ganz anderen Blatt Papier steht der Auftritt der TuS-Fans in Hagen – das war einfach nur von einer anderen Welt. Aber von genau dieser Unterstützung leben, gerade in der aktuellen Situation, die Michel & Co.. Sie werden genau dann getragen, wenn der Körper eigentlich nicht mehr kann. Und wenn das Unparteiischen-Gespann Felix Henker & Stefan Schirmacher am Samstag um 18 Uhr die Partie anpfeift, heißt es wieder: Raus aus den Gartenstühlen, rein in den Hexenkessel. Noch sind rund ein Dutzend Sitzplatz-Tickets verfügbar - auch Stehplätze gibt es noch. Dann gilt es wieder – gemeinsam: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
Gegner: HSG Nordhorn-Lingen
Einwohner Nordhorn + Lingen: 55.200 + 59.900 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Euregium (4.100 Plätze) & Emsland Arena (4.300 Plätze)
Trikotfarbe: rot-weiß
größte Erfolge: Deutscher Vizemeister 2001/02, 4-malige Teilnahme am DHB Final Four, Gewinn des EHF-Pokals 2008







