Die Klatt-Mannen wollen unbedingt nachlegen

Die Aufgabe beim ersten Freitagspiel hält ein Duell der Tabellennachbarn bereit. Lübeck und Ferndorf sind mit jeweils 8:12 Punkten in die Saison gestartet. Damit ist man in der Lübecker Bucht durchaus zufrieden, da man letzte Saison bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib kämpfen musste. TuS-Coach Ceven Klatt hat neben der Punkteausbeute weitere Parallelen ausgemacht: „Beide Teams haben schon gegen die Mannschaften auf den Tabellenplätzen Zwei bis Fünf gespielt. Beide spielen eine systemähnliche Verteidigung. Und somit begegnen sich zwei Teams auf Augenhöhe, die sich beide berechtigterweise Hoffnung auf Punkte machen!“ Dafür steht dem Lübecker Coach David Röhrig, der aus dem Handballverband Mittelrhein kommt, ein Kader zur Verfügung, der seine Stärken vor allen Dingen im Rückraum hat. Dabei gibt es eine Besonderheit – denn die drei Haupttorschützen, mit Einar Nickelsen auf Halblinks, Magnus Holpert auf der Mitte und Janik Schrader auf Halbrechts, sind alle Drei auch immer wieder auf wechselnden Positionen zu finden. So hat beispielsweise Linkshänder Schrader als Mittelmann dem TuS in der vergangenen Saison große Probleme bereitet. Aktuell führt Schrader die Liste der besten Vorlagengeber der Liga an. Wer beim Namen Holpert an eine Torwartlegende aus Flensburg gedacht hat, liegt übrigens richtig. Magnus Holpert ist der Sohn von Jan Holpert, der 245 Mal das deutsche Nationaltrikot trug. Neben dem Rückraum, in dem ein Augenmerk auch auf dem 20-jährigen Linkshänder Lukas Kingsley Emdorf liegen sollte, sind es auch beide Außenspieler, die immer wieder Tore beisteuern. Rechtsaußen Paul Holzhacker, durch seine Siebenmeter-Tore Haupttorschütze seines Teams, kommt aus dem benachbarten Sauerland, da er beim Letmather TV das Handballspielen erlernte.
„Mit den Zuschauern im Rücken Tempo gehen“ lautet die Devise von Klatt für den Freitagabend. Der vergangene Sonntag hat im Team des TuS Ferndorf für Selbstvertrauen und gute Stimmung gesorgt. Allerdings hebt der Aufstiegscoach auch mahnend den Zeigefinger: „Wenn wir nur 5% nachlassen, verlassen wir das Spielfeld als Verlierer!“ Daran wollen die Michel & Co. aber gar nicht erst denken. Zu frisch sind die Erinnerungen vom vergangenen Sonntag. Ein über weite Strecken aufopferungsvoll kämpfender Deckungsverbund und zwei tolle Keeper waren die Garanten für den Punktgewinn bei einem Topteam. „Wir haben nun zwei Torhüter im Kader, die einen Impact aufs Spiel geben können“, ist Klatt die Erleichterung anzuhören, dass Can Adanir und Filip Baranasic aktuell in bester Verfassung performen. Kreisläufer Valentino Duvancic, dem das Dresdner Kommentatoren-Duo attestierte, bis zur 55.Minute keinen Zweikampf verloren zu haben, wird im Deckungsverbund wieder Beton anrühren. Und auf der Mitte wird Julius Fanger, dem man zur Zeit einen wöchentlichen Leistungssprung anmerkt, wieder die Fäden ziehen. Dabei scharrt Neuzugang Nico Schnabl mit den Hufen. In Dresden war der gebürtige Münchner auf dem Spielberichtsbogen, bekam aber noch keine Einsatzzeit. Vielleicht ändert sich das schon beim Spiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau. Ebenfalls mit den Hufen scharrend befindet sich Gabriel Viana in Wartestellung. Hier muss man sich die Entwicklung von Tag zu Tag anschauen, so dass wahrscheinlich erst am Spieltag über einen Einsatz entschieden wird. Alle anderen Rekonvaleszenten liegen im Plan, haben teilweise das individuelle Training schon hinter sich gelassen und steigen in den nächsten Wochen und Monaten ins Mannschaftstraining ein. Die Statistik der Rot-Weißen weist aktuell einen Spieler in den vorderen Reihen aus, der vor zwei Wochen noch bei der niederländischen Nationalmannschaft weilte. Tom Jansen, mit 33 Toren hinter Fanger bester Feldtorschütze, hat mit 18 Assists die meisten Vorlagen auf seinem Konto.
Insgeheim hoffen die Ferndorfer Verantwortlichen auf einen ausverkauften Hexenkessel. Nur noch ganz wenige Sitzplätze sind verfügbar, und auch bei den Stehplätzen ist man frohen Mutes, im Laufe des Abends „Ausverkauft“ melden zu dürfen. Verdient haben es sich die Handballer vom Kindelsberg allemal. Insbesondere für die beiden letzten Heimspiele im Jahr 2025, am Samstag, 13.12. gegen die Eulen Ludwigshafen und am Sonntag, 21.12. gegen den TV Hüttenberg, ist der Vorverkauf schon gut angelaufen. Aber erst einmal gilt die Konzentration dem Aufeinandertreffen mit der Ostsee-Kogge. Damit Kreuztals beste Stube wieder zum achten Mann wird, braucht es den Zusammenhalt der #familieferndorf, der #familietus: Scream for your team !!
WISSENSWERTES
Gegner: VfL Lübeck-Schwartau
Einwohner Lübeck: 223000 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: Hansehalle – 3200 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau-weiß
größte Erfolge: viermaliger Aufstieg in die 1.Handball-Bundesliga, Gewinn des DHB- Pokals als SG VfL Bad Schwartau







