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Der verlustpunktfreie Tabellenführer erwartet den TuS

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Zur Saison 2017/18 wurden Montagsspiele in der Fußball-Bundesliga Realität. Inzwischen hat die Zerstückelung von Spieltagen und die Einführung von Montagsspielen auch in der 2.HBL Einzug gehalten. Spiele werden nicht mehr ausschließlich am Samstag oder Sonntag ausgetragen – inzwischen erstreckt sich ein Spieltag auf vier Tage, von Freitag bis Montag. Bei den Fußballern hieß es zu Beginn, dass man darauf achten wolle, dass die Auswärtsfans nicht allzu lange Reisen auf sich nehmen müssen, da es sich ja um einen normalen Werktag handelt. Diese Vorgehensweise wäre auch für die Handballfans sinnvoll.

Doch zu Zeiten, wo Dessau an einem Montag zu einem Spiel in Dormagen antreten und Essen wiederum an einem Montag nach Dessau reisen muss, verwundert es kaum, dass mit dem TuS Ferndorf beim VfL Potsdam auch nicht unbedingt an fanfreundliche Anreisen gedacht wurde. 1086 Kilometer als Gesamtreisestrecke lassen sich nun mal kaum als Tagestrip verkaufen.

„Ich habe mir mehrere Spiele der Potsdamer angesehen. Insbesondere im Torhüter- und Abwehrbereich hatten sie letzte Saison Defizite. Dass sind nun genau die Bereiche, in denen sie eine tolle Entwicklung genommen haben“ - TuS-Chefcoach Ceven Klatt spricht in höchsten Tönen vom aktuellen Tabellenführer der 2.Liga. Eine weiße Weste mit 10:0 Punkte weisen die Mannen von Potsdam-Coach Emir Kurtagic aktuell auf. Dass die beiden ersten Saisonspiele mit dem knappsten aller Ergebnisse, einem Tor Vorsprung, gewonnen werden konnten, ist in der Gesamtbetrachtung maximal ein Nebenaspekt. Besonders auffällig bezeichnet Klatt „die Super-Kreisanspiele der Rückraumakteure auf Kreisläufer Tim Schröder“. Initiator des Potsdamer Angriffs ist der Österreicher Markus Mahr, der 2024/25 Spieler der Saison in Österreichs höchster Spielklasse war. „Der könnte auch in der 1.Liga mithalten“, ist Klatt von den Qualitäten Mahrs überzeugt. Überragender Torschütze ist Potsdams Linksaußen Marvin Siemer. Neben vielen Toren aus dem Tempogegenstoß ist er auch der etatmäßige Schütze aus sieben Metern und erhält im Potsdamer Überzahlspiel, bei dem oft schulbuchmäßig bis auf den Außen abgeräumt wird, oft die Chance zum Abschluss. Eine Überraschung steht im Tor der Mannen aus dem Berliner Umland. Denn da setzt aktuell nicht Frederik Höler, der unlängst mit den Füchsen Berlin beim Super Globe in Ägypten glänzte, die Akzente, sondern sein Gespannspartner Maximilian Grundmann, der in den letzten beiden Spielen insgesamt 25 Paraden verzeichnete und dabei knapp 40% der Bälle abwehrte, die auf seinen Kasten kamen. Erwähnung finden muss noch der Halbrechte Florian Budde, der zwanzig Tore in fünf Spielen erzielte und dabei mit hoher Wurfeffizienz glänzt.

„Aktuell können wir alle Spielformen vorbereiten und trainieren“ - Klatt ist die Freude über den vollen Kader anzumerken. Am vergangenen Mittwoch stand ihm beim Training sein kompletter Kader zur Verfügung. Eine Situation, die es seit dem Wiederaufstieg 2024 nicht mehr gegeben hat. Josip Eres ist dabei weiter voll im Plan, wenn es um die vielbeschriebene „Return-to-Competition“ geht, dem Reintegrationsprozess bis zum ersten richtigen Wettkampfeinsatz. Und auch Mikael Helmersson, der sich in Hagen schon mit der Mannschaft warmgemacht hatte, wird mehr und mehr zur Option, und kann unter Umständen beim sonntäglichen Heimspiel gegen Großwallstadt sein lang ersehntes Comeback geben. Was jetzt noch fehlt ist ein Spiel, in dem das Torhüter-Duo Can Adanir und Filip Baranasic glänzt. „Sie brauchen halt mal einen guten Spieltag, damit bei ihnen der Knoten platzt“, will Klatt mit dem letztjährigen Top-Gespann gar nicht so hart ins Gericht gehen. Was allerdings ganz nach dem Geschmack des Coaches ist, das ist der Abwehrverbund – und dabei gerät er nahezu ins Schwärmen: „Wenn wir die Abwehr nur immer so hin bekämen wie in Hagen!“ Da hatten sich die Norouzinezhad & Co. über weite Strecken des Spiels die Zähne am Ferndorfer Abwehrriegel ausgebissen. Eine Viertelstunde, in der man laut Trainer „zu hektisch“ agierte, machte dann die Sensation zunichte. Das soll nun in Potsdam anders werden. Nach dem ersten schwächeren Spiel von Marvin Mundus in dieser Saison, ist es aktuell Pablo Lange, der die Sterne vom Himmel spielt. Aus sechzehn Wurfversuchen gelangen dem gebürtigen Magdeburger, der seit seinem vierten Lebensjahr Handball spielt, vierzehn Tore. Da kann aktuell nur der Kapitän mithalten – Mattis Michel spielt weiterhin eine außergewöhnliche Saison, ist bester Feldtorschütze der rot-weißen Equipe und hält im Innenblock die Abwehr zusammen.

Den Feiertag am 3.Oktober können die Spieler nochmal in Ruhe genießen. Doch schon am Sonntagmorgen ab 10 Uhr geht die kräftezehrende Reise los. „Die Jungs sollen noch in Ruhe daheim frühstücken können, bevor wir uns acht, neun Stunden in den Bus setzen“, weiß Klatt um die Strapazen einer solchen Fahrt und ergänzt: „Sonntagabend steht nur noch ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm, bevor wir dann am Montagmittag ein lockeres Training absolvieren. Nach dem Mittagessen geht es dann später zu Fuß rüber in die Arena.“ Die Abreise aus Potsdam erfolgt direkt nach dem Spiel, so dass die Michel & Co. am frühen Dienstagmorgen wieder im Siegerland sind. Ein Mammutprogramm, über dass sich die Spieltagansetzer wahrscheinlich wenig Gedanken machen. Apropos Ansetzung – angesetzt als Unparteiischen-Gespann sind die Brüder Jan und Manuel Lier. Gestählt aus mehr als 400 Einsätzen im DHB-Bereich, wird eines der erfahrensten Gespanne im deutschen Handball die Partie leiten. Und spätestens wenn am Montagabend um 19:30 Uhr der Anpfiff ertönt, heißt es live vor Ort, als Zuschauer beim Streamingdienst DYN oder aber im Herzen: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus, ! 


WISSENSWERTES
Gegner: VfL Potsdam 
Einwohner Bietigheim: 188300 (zum Vergleich: Ferndorf = 3900)
Heimspielstätte: MBS Arena (2250 Zuschauer Fassungsvermögen)
Trikotfarbe: rot/blau
größte Erfolge: Aufstieg in die 1.Liga 2024

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