Den Fans zum Abschluss einen Heimsieg schenken

Gegner am letzten Spieltag ist der Altmeister aus dem Ruhrgebiet. Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre sammelte der TuSEM Titel wie andere Briefmarken. Deutscher Meister, Pokalsieger, sogar internationale Titel zieren den Briefkopf. Spielerpersönlichkeiten wie Jochen Fraatz und Stefan Hecker waren jedem ein Begriff. Heute ist der Status quo ein anderer. Wie auch Ferndorf, erreichte Essen erst am vergangenen Spieltag den Klassenerhalt. Man wurde von Verletzungen gebeutelt und im Dezember vergangenen Jahres musste gar Trainer Daniel Haase seinen Stuhl räumen. Sein Nachfolger Kenji Hövels, selbst in Deutschlands Eliteliga aktiv gewesen, kommt aus dem Füchse-Nachwuchs und war dort bereits erfolgreich. Und er hat dem Essener Spiel eine Handschrift verpasst und den zwischenzeitlich stark gefährdeten Tanker wieder auf Kurs gebracht. Hierbei hilft ihm, neben einer tollen Stimmung bei den Heimspielen mit im Schnitt über 2000 Zuschauern, auch eine Rückraumreihe, die in Gänze Torgefahr ausstrahlt. Es gibt nicht den einen Shooter, der in Entscheidungssituationen gnadenlos gesucht wird. Eher geht es im Kollektiv – mit zwei guten Mittelmännern wie Felix Maart und Max Neuhaus, die immer wieder ihre Nebenleute in Szene setzen. Hiervon profitiert enorm der 21-jährige Kreisläufer Valentin Willner der, ebenso wie Ferndorfs Nico Schnabl, in der Talentschmiede des TSV Allach ausgebildet wurde. Viel Verantwortung übernimmt indes der erst 20-jährige Felix Göttler, der letzte Saison sechstbester Feldtorschütze der zweiten Liga war. Ferndorfs Coach hält eine ganze Menge von der jungen Essener Garde: „Wenn Essen komplett ist, sind sie ein richtig gutes Team. Man merkt ihnen an, dass Homscheid wieder mit dabei ist“ - damit meint Klatt das Essener Eigengewächs Nils Homscheid, Taktgeber und Entscheider, der nach langer Leidenszeit Ende Februar sein Comeback gab. Das Tor der Ruhrgebietler hütet ein 2,01 mtr. großes Versprechen auf die Zukunft. Finn Knaack, der beim HSV Hamburg unter Vertrag steht. Um Spielpraxis zu sammeln wurde der 19-jährige an die Ruhrpottschmiede ausgeliehen – aktuell steht er mit 199 Paraden auf Platz 12 der Torhüter-Statistik.
Auf Platz Sechs dieser Torhüter-Statistik steht derweil Can Adanir, türkischer Nationalspieler in Reihen des TuS Ferndorf, und über die Saison gesehen ganz großer Rückhalt der Rot-Weißen. Nochmals stärker gemacht hat ihn sein Gespannspartner Filip Baranasic, der erst im Herbst 2025 nach Kreuztal gewechselt ist. Gemeinsam gehören sie zu den besten zwei, drei Torhüter-Duos der 2.Liga. Und seit dem Spiel in Hüttenberg ist auch wieder einer mit an Bord, der in der neuen Saison nicht mehr das Ferndorfer Tor hütet – Jonas Wilde. Außer Wilde, der ja fast wie ein Neuzugang wirkt, wird es allerdings auch im letzten Spiel keine Rückkehrer aus Verletzungen geben. „Das ist einer meiner größten Wünsche für Samstag, dass sich kein Spieler mehr verletzt“, sagt Klatt, der auch nochmal betont, dass es ihm wichtig ist, dass man sich „vernünftig von den Zuschauern, vernünftig von den zu verabschiedenden Spielern und auch vernünftig voneinander verabschiedet.“ Das ein oder andere teaminterne Duell wird sicher noch ausgefochten. So zum Beispiel die Frage nach dem Torschützenkönig. Marvin Mundus steht bei 116 Treffern, währenddessen die badische Ballkanone, Daniel Hideg, 115 mal das Tornetz verbeult hat. Auf vier Wochen Regeneration dürfen sich die Michel & Co. ab Sonntag freuen, wobei erst einmal noch die traditionelle Mannschaftsfahrt ins 17.Bundesland ansteht. Am 6.Juli bittet Klatt die Seinen dann wieder zur Sommervorbereitung in und an die Stählerwiese. Grundlagen legen für eine knüppelharte Zweitligasaison 2026/27. Mit dem ASV Hamm steht der erste Aufsteiger schon fest. Am Samstagabend folgt dann entweder der TV Emsdetten oder ein Altbekannter aus der 3.Liga Süd-West, der TV Gelnhausen.
Es wird wohl ein emotionaler Samstagabend werden in Kreuztals bester Stube. Im Auswärtsspiel beim TV Hüttenberg hatten die TuS-Fans jedenfalls nochmal ein akustisches Statement gesetzt. Bei der Rückkehr des Mannschaftsbusses legten die treuesten der Treuen dann auch optisch eindrucksvoll nach. Es war eine komische Saison mit einigen Höhen, aber auch vielen Tiefen. Team, Staff und auch Fans wurde einiges abverlangt. Doch in und um den Hexenkessel steht man zusammen. Jedes Jahr in Deutschlands Handball-Unterhaus ist ein Geschenk für den TuS Ferndorf und alle Handballbegeisterten in der Region. Deshalb heißt es ab dem Wochenende 28.-30.August 2026 wieder aufs Neue: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
Gegner: Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe kurz: TuSEM Essen
Einwohner Essen: 590.000 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Sporthalle „Am Hallo“ – 2600 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: rot-weiß
größte Erfolge: Deutscher Meister '86, '87 + '89, Deutscher Pokalsieger '88, '91 + '92, Europapokal der Pokalsieger '89, EHF-Pokalsieger 2005







