Auswärtsbilanz soll makellos bleiben

Und nun wartet in der Bauhaus-Stadt Dessau ein Gegner, der den Abgang Lösers 2024 und den Weggang Bülows 2025 hervorragend verdaut hat. Zudem verabschiedeten die Sachsen-Anhaltiner im Sommer Kreisläufer Tillmann Leu nach Eisenach und auch der Abschied von Trainer-Urgestein Uwe Jungandreas war höchst emotional. Doch auch ohne die erwähnten Eckpfeiler erwartet TuS-Coach Ceven Klatt „eine ausgeglichene Mannschaft mit Danneberg und Ambrosius vorne weg“. Yannick Danneberg, das ist der Löser-Nachfolger auf Halblinks - der 2,03 mtr. Schlacks hat nach fünf Spielen bereits 34 Tore auf dem Konto. Philip Ambrosius ist der große Rückhalt im Tor der Dessauer – ausgebildet beim SC Magdeburg geht Brosi, wie sie ihn in Dessau rufen, in seine zehnte Saison beim DRHV. Auf der Mittelposition spielt seit dieser Saison der 23-jährige Mika Schüler, der Dessaus Wette auf die Zukunft ist. Schüler musste die letzten Partien verletzt pausieren, zeigte aber zu Saisonbeginn eindrucksvoll, wie viel Potenzial in ihm schlummert. „Wenn Schüler nicht spielen sollte, lastet noch mehr Verantwortung auf Danneberg“, setzt sich Klatt im Vorfeld mit beiden Szenarien auseinander. Aktuell hat nämlich eine Verletzungsmisere die Jungs von der ehemaligen BSG ZAB fest im Griff. Die Dessauer Verantwortlichen sahen sich sogar zum Handeln gezwungen und bedienten sich bei der Talentschmiede des SC Magdeburg. Sebastian Bialas und Niklas Döbbel haben seit drei Spielen das grün-rote gegen das blau-weiße Trikot getauscht. Das absolute Saison-Highlight, was vielleicht auch schon ein bisschen in den Dessauer Köpfen umher schwirrt, steigt für den DRHV am 21.Oktober, wenn der Lokalrivale und amtierende Champions-League Sieger aus der Landeshauptstadt zum Duell in der 2.DHB-Pokalrunde seine Aufwartung in der Anhalt-Arena macht.
„Wir waren 45 Minuten die bessere Mannschaft. Wenn wir mit einem anderen Selbstverständnis auftreten, gehen wir unter Umständen mit einem 16:11, 17:11 in die Halbzeit“ - Ferndorfs Coach hadert immer noch mit den zwei schlechten Phasen aus dem Großwallstadt-Spiel, die einen Heimsieg verhinderten. „Wir müssen einfach lernen, nach negativen Phasen auch emotional positiv zu bleiben“, erklärt Klatt und lenkt den Fokus auf die schwere Auswärtshürde am Sonntagnachmittag. Dabei sind Auswärtsspiele zur Zeit das, was den TuS-Fans am meisten Spaß bereitet. Zwei Mal traten die Michel & Co. diese Saison auswärts an. Zwei Mal entledigte man sich den Aufgaben in recht eindrucksvoller Manier. Nichts aus der Kategorie Glanz und Gloria, aber es waren zwei Mal sicher eingefahrene Auswärtspunkte. Die wollen die Rot-Weißen auch diese Mal gerne mit auf die lange Heimreise nehmen. Für dieses Unterfangen steht dem Ferndorfer Übungsleiter das gleiche Personal zur Verfügung wie zuletzt. Nico Schnabl wird weiterhin geschont und eine Untersuchung unter der Woche sollte neue Klarheit bringen. Das Comeback Jonas Wildes hat ein grippaler Infekt eingebremst. Da Co- und Torwarttrainer Jannis Michel an der Hüftverletzung aus dem Großwallstadt-Spiel laboriert und auch Can Adanir kränkelte, war fast der Worst Case eingetreten. Doch Adanir, der sich aufgrund der Situation, als Alleinunterhalter im Ferndorfer Tor, in den vergangenen Wochen selbst viel Druck gemacht hat und dadurch zeitweise gehemmt wirkte, wird im Tor stehen. Um 13 Uhr am Samstagmittag wird trainiert, bevor der TuS-Tross dann gen Osten aufbricht. „Ich freue mich auf die Kulisse in Dessau. Ich freue mich aber auch auf die mitreisenden TuS-Fans“, ließ Klatt in der Pressekonferenz verlauten.
Und wahrlich – es werden zwar nicht viele sein, die sich auf die Reise nach Dessau machen. Aber die Freundschaft unter den Fans beider Lager wird auch in der Bauhaus-Stadt wieder gepflegt. Analog zu einem Fan-Event im April in Kreuztal, wird es am Samstag und Sonntag einige gemeinsame Aktionen geben. Da die Fanszene bei den Gastgebern recht eindrucksvoll daher kommt, darf auch wieder von einer großen Kulisse ausgegangen werden. Über 1500 Fans werden die Blau-Weißen nach vorne peitschen. Wichtig, dass die moralische Unterstützung aus der Heimat stimmt. Wer nicht vor Ort ist hat wie immer die Möglichkeit, das Spiel über den Streamingdienst DYN zu verfolgen. Drückt den TuS-Jungs die Daumen und sichert euch eines der letzten Tickets für den kommenden Freitag, wenn der BuLi-Absteiger aus Bietigheim in der Stählerwiese gastiert. Aber am Sonntag um 17 Uhr nicht vergessen: Scream for your team – mit der #familieferndorf, mit der #familietus !
WISSENSWERTES
Gegner: Dessau-Roßlauer HV 06
Einwohner Dessau: 79.800 (zum Vergleich: Ferndorf = 3.900)
Heimspielstätte: Anhalt Arena – 3.300 Zuschauer Fassungsvermögen
Trikotfarbe: blau-weiß
größte Erfolge: Erstligist 1991/92, 19 Jahre Zweitligist von 1992-2011








