Alexander Finke im Interview: "Wir brauchen das Siegerland von Beginn an hinter uns!"

Alexander, du bist jetzt seit rund einem halben Jahr hauptamtlicher Geschäftsführer beim TuS Ferndorf. Wie fällt dein persönliches Zwischenfazit aus?
Alexander Finke:
Es waren sehr intensive sechs Monate, in denen unglaublich viel passiert ist. Wenn man die Verantwortung hauptamtlich übernimmt, bekommt man noch einmal einen ganz anderen Einblick in sämtliche Bereiche des Vereins. Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viele Themen gleichzeitig angepackt. Von unseren internen Strukturen über Sponsoring und Vermarktung bis hin zur Organisation unserer Heimspiele und der Vorbereitung auf die neue Saison. Was mir dabei besonders auffällt, ist die enorme Verbundenheit mit dem TuS Ferndorf. Ich merke in vielen Gesprächen mit unseren Partnern, Fans und Menschen aus der Region, welchen Stellenwert dieser Verein im Siegerland besitzt. Das ist ein großes Pfund, das wir haben und auf dem wir aufbauen können.
Gleichzeitig wissen wir, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln müssen. Unser Anspruch ist es, den TuS Schritt für Schritt professioneller aufzustellen, ohne dabei das zu verlieren, was Ferndorf ausmacht: Nähe, Leidenschaft, Bodenständigkeit und eine unglaubliche Identifikation mit dem Verein. Ich habe in diesem ersten halben Jahr sehr viel gelernt und freue mich auf das, was vor uns liegt. Jetzt sind wir aber alle froh, dass die Vorbereitung abgeschlossen ist und es endlich wieder um Punkte geht.
Hinter euch liegt eine intensive Vorbereitung und mit dem Pokalspiel gegen Hannover-Burgdorf bereits der erste Pflichtspiel-Härtetest. Wie zufrieden bist du mit den vergangenen Wochen?
Alexander Finke:
Ich bin mit unserer Vorbereitung sehr zufrieden. Natürlich gibt es in diesen Wochen immer wieder kleinere Themen, Verletzungen oder kurzfristige Veränderungen, mit denen man umgehen muss. Wenn ich aber darauf schaue, wie sich unsere Mannschaft insgesamt präsentiert hat, können wir mit einem guten Gefühl in die neue Saison gehen.
Wir hatten bereits in der Vorbereitung mit dem TBV Lemgo Lippe und dem Bergischen HC zwei echte Gradmesser aus der 1. Bundesliga. Gegen beide Mannschaften haben wir sehr ordentliche Leistungen gezeigt und gegen den Bergischen HC konnten wir das Spiel sogar für uns entscheiden. Das hat gezeigt, dass wir auch gegen Mannschaften auf diesem Niveau mithalten können, wenn wir unsere Leistung abrufen. Das hat sich aus meiner Sicht auch im DHB-Pokal gegen die TSV Hannover-Burgdorf bestätigt. Uns war natürlich bewusst, welche individuelle Qualität ein Bundesligist wie Hannover mitbringt. Trotzdem hat unsere Mannschaft über weite Strecken einen sehr guten Auftritt gezeigt, mutig gespielt und sich nicht versteckt. Genau diese Mentalität wollen wir sehen.
Für mich ist deshalb weniger ein einzelnes Ergebnis entscheidend, sondern die Entwicklung über die gesamte Vorbereitung hinweg. Und da bin ich absolut zufrieden. Die Mannschaft wirkt geschlossen, sie hat gegen starke Gegner gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt, und ich habe das Gefühl, dass sie bereit ist. Jetzt müssen wir diese Leistungen in die 2. Handball-Bundesliga übertragen. Denn bei aller Zufriedenheit über die Vorbereitung wissen wir auch: Ab Samstag in Ludwigshafen zählen keine Testspielergebnisse mehr, sondern Punkte.
Mit welchem sportlichen Ziel geht der TuS Ferndorf in die Saison 2026/27?
Alexander Finke:
Da bin ich sehr klar: Unser oberstes sportliches Ziel ist der Klassenerhalt.
Wir spielen in einer 18er-Liga und unser Anspruch muss zunächst sein, am Ende definitiv zwei Mannschaften hinter uns zu lassen. Wenn uns das gelingt, haben wir unser wesentliches Ziel erreicht und auch in der Saison 2027/28 Zweitliga-Handball in Ferndorf. Ich möchte dabei gar nicht zu sehr auf andere Vereine schauen. Entscheidend ist, dass wir unsere eigenen Hausaufgaben machen. Die 2. Handball-Bundesliga ist unglaublich ausgeglichen und wir wissen, dass man sich keinen Gegner aussuchen kann, gegen den man seine Punkte holen möchte. Woche für Woche muss die Leistung stimmen. Natürlich wollen wir uns gegenüber der vergangenen Saison sportlich weiterentwickeln und möglichst frühzeitig Abstand zu den Abstiegsplätzen schaffen. Aber wir sollten nicht den Fehler machen, vor Saisonbeginn irgendwelche Tabellenregionen auszurufen. Wir wissen, wo wir herkommen und welche Möglichkeiten wir haben.
Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Alles, was darüber hinaus möglich ist, nehmen wir sehr gerne mit.
Gleich zu Beginn wartet ein anspruchsvolles Programm. Wie bewertest du den Saisonauftakt?
Alexander Finke:
Wir bekommen direkt gezeigt, was uns in dieser Liga erwartet. Am Samstag, den 29. August, starten wir auswärts in Ludwigshafen. Nur wenige Tage später folgt am Freitag, den 4. September, unser erstes Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Emsdetten.
Das ist ohne Frage ein anspruchsvolles Auftaktprogramm. Gerade deshalb müssen wir vom ersten Spieltag an voll da sein. Wir fahren nach Ludwigshafen, um dort unsere Chance zu suchen und möglichst mit einem Sieg ins Siegerland zurückzukehren. Danach richtet sich der komplette Fokus auf unser erstes Heimspiel. Gerade die Heimspiele werden für uns im Kampf um den Klassenerhalt eine enorme Bedeutung haben. Die Stählerwiese muss wieder ein Ort sein, an dem es für jede Mannschaft dieser Liga extrem unangenehm ist, zu spielen. Dafür braucht es natürlich die Leistung der Mannschaft – aber genauso die Unterstützung von den Rängen.
Am 4. September steht gegen den TV Emsdetten das erste Heimspiel an. Wie groß ist die Vorfreude und welche Rolle spielen die Fans dabei?
Alexander Finke:
Die Vorfreude ist riesig. Ich merke gerade in den vergangenen Wochen noch einmal sehr deutlich, wie sehr die Region hinter diesem Verein steht. Das erleben wir in den Gesprächen mit unseren Sponsoren und Partnern genauso wie im Austausch mit unseren Fans. Jetzt wollen und müssen wir diese Begeisterung auch in die Stählerwiese bringen.
Für mich ist deshalb ganz klar: Wir brauchen das Siegerland von Beginn an hinter uns.
Wir starten mit einem schweren Auswärtsspiel in Ludwigshafen und bekommen anschließend mit dem TV Emsdetten direkt einen Aufsteiger in die Stählerwiese, der mit viel Euphorie in die neue Saison gehen wird. Da wollen wir von der ersten Minute an zeigen, was Heimspiel in Ferndorf bedeutet. Deshalb wünsche ich mir eine möglichst volle Stählerwiese. Wir brauchen jeden Zuschauer, jeden Fan und jeden Handballbegeisterten aus der Region. Jeder, der sich mit dem TuS identifiziert, und auch jeder, der vielleicht schon länger nicht mehr bei uns in der Halle war, sollte sich den 4. September im Kalender markieren und sich sein Ticket sichern.
Wir sprechen immer davon, welchen Stellenwert Zweitliga-Handball für das Siegerland hat. Genau an solchen Abenden können wir das gemeinsam zeigen. Die Mannschaft wird auf dem Feld alles investieren. Wenn wir es schaffen, dass die Region auf den Rängen die gleiche Energie entwickelt, dann kann die Stählerwiese ein ganz entscheidender Faktor für uns sein. Unser Ziel muss sein, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Punkte in Ferndorf bleiben.







